Um auch in Zukunft ausreichend viele Hausärzte im Coburger Land zu haben, hat der Landkreis bereits verschiedene Initiativen gestartet. Nun machen sich die Verantwortlichen in Rödental Gedanken, wie speziell ihre Stadt aktiv werden kann, um die medizinische Versorgung auf Dauer sicherzustellen.

Die künftige hausärztliche Versorgung der Stadt lässt Bürgermeister und Stadtrat keine Ruhe. Deshalb diskutierten die Räte bei der jüngsten Stadtratssitzung über das Thema und leiteten gleichzeitig Schritte ein. So soll ein externer Dienstleister gesucht werden, der vorgeschlagene Maßnahmen umsetzt, da die Stadtverwaltung dies arbeitsmäßig nicht umsetzen kann. Obendrein soll ein kleiner Beraterkreis, der sich aus Vertretern des Stadtrates zusammensetzt, gebildet werden.

Eingangs der Diskussion stellte Bürgermeister Marco Steiner (FW) fest, dass in der Ärzteversorgung Rödentals größere Probleme bisher verhindert werden konnten und dass für eine Neuansiedlung von Ärzten durchaus positive Gründe bestehen. So bietet die Stadt mit 13 000 Einwohnern ein großes Potenzial an Patienten und die vorhandene Infrastruktur bietet für das berufliche Umfeld beste Voraussetzungen. Auch seien Praxisräume in ausreichender Zahl vorhanden und kurzfristig verfügbar.

Steiner will Impulse setzen und nannte vier Handlungsoptionen, die vom Gremium durchweg als gut befunden wurden. So soll eine Werbekampagne gestartet werden, da es sinnvoll sei, die eigenen Vorzüge stärker in den Vordergrund zu stellen. Als Zweites soll der Nachwuchs durch Kontakt mit Medizinstudenten aus Rödental gesucht werden. Als weiteres Feld nannte Steiner die Prüfung von rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Beteiligung der Stadt an einer kommunalen Gesellschaft zur ärztlichen Versorgung, wobei beispielsweise die Beteiligung an einer Genossenschaft angedacht wurde. Als vierten Punkt nannte der Bürgermeister die Berücksichtigung von Studien und aktuellen Entwicklungen auf dem Gesundheitssektor und aktive Suche nach Partnern zur wissenschaftlichen Begleitung.

Stadtratsmitglied Wolfgang Hacker (CSU) sah die Sicherstellung der künftigen ärztlichen Versorgung als eine der dringendsten Aufgaben der Stadt an. "Die Zeit drängt", meinte er. Auch er plädierte für die Einschaltung einer Beraterfirma.

Dringender Handlungsbedarf

Jochen Lieb (FW) warb für eine jahrelange Begleitung von Medizinstudenten. Stadträtin Maria Preißler (FW) sagte: "Es sind Überlegungen anzustellen, was man braucht, sich in Rödental wohlzufühlen." Wolfgang Hasselkus (SPD), selbst Hausarzt, betonte, dass dringender Handlungsbedarf bestehe, wobei an einer Nachwuchsgenerierung anzusetzen wäre. Er meinte, dass der Bürgermeister mit seiner Ausarbeitung auf einem guten Weg sei.

Kitas werden teurer

Ab dem kommenden Jahr werden die seit Sommer 2018 stabil gebliebenen Elternbeiträge für die Kindertagesstätten erhöht, und zwar für Schul- und Regelkinder um zehn, für Krippenkinder um 15 Prozent.

Zur Sicherstellung der Strom- und Wärmeversorgung des Zentrums der Stadt während eines "Schwarzfalles", eines totalen Stromausfalls, referierte von den Stadtwerken Neustadt Marco Höhn. Das Festhalten am vorhandenen Blockheizkraftwerk sei mit Risiken verbunden und er empfahl, neue Heizkraftwerke zu beschaffen, was 950 000 Euro kostet. Eine Investition, die sich in sieben Jahren amortisiere, wie Höhn vorrechnete. 2022 soll im Rahmen des Wirtschaftsplanes der Stadtwerke darüber entschieden werden.

Nach Würdigung der Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange erfolgte zur Aufstellung des Bebauungsplanes "Langer Rain" der Satzungsbeschluss. Um das Verfahren "Sanierungsbedürftigkeit Ortskerne Mönchröden und Oeslau" auf den Weg zu bringen, wurden die vorbereitenden Untersuchungen beschlossen.