Auch wenn es die "Gummibärchen-Regenmaschine" noch immer nicht gibt an der Dr. Auguste-Kirchner-Realschule Haßfurt, blickten 133 junge Männer und Frauen am Freitag zufrieden und dankbar zurück auf ihre Schulzeit und nahmen mit Stolz ihre Abschlusszeugnisse in Empfang. Dazu gratulierten Realschuldirektor Hartmut Hopperdietzel, seine beiden Stellvertreterinnen Christine Gehringer und Christine Rottmann, Landrat Wilhelm Schneider und die Sponsoren der Preise für die besten und besondere Leistungen.
Ein Glückwunsch ging auch an die Eltern, die ihre Kinder und damit die Arbeit der Schule immer unterstützten, so Christine Gehringer. "Was wurde aus den süßen Engeln", mit dieser Frage startete für den Elternbeirat Melanie Geuppert in ihrem gereimten Rückblick auf Höhen und Tiefen der Schulzeit. Gemeinsam mit der Vorsitzenden Diana Siebert betonte sie auch den hohen Wert der Klassenfahrten für die soziale Entwicklung der Schüler.


Das "nächste Turnier" steht bevor

Ein Fußball-Bild bemühte Landrat Wilhelm Schneider in seiner Gratulation. Nach vielen Qualifikationsrunden sei nun ein entscheidendes Tor geschossen, doch das nächste Turnier stehe an, mit anderen Teams und anderen Trainern. Der Landkreis als Schulträger bemühe sich an den Schulen um optimale Trainingsbedingungen. Das bedeute für die nächsten zwei Jahre an der Dr. Auguste-Kirchner-Realschule intensive Bauarbeiten, danach aber auch ein ganz neues Unterrichtskonzept.
Damit werde die Realschule auch "eine Form der baulichen Eigenständigkeit bekommen, wie sie sie bisher noch nicht hatte". Den Absolventen wünschte er für den weiteren Berufs- und Lebensweg stets den nötigen Trainingserfolg. "Nutzt eure Talente und glaubt an euch. Lasst euch nicht entmutigen, auch wenn der Erfolg einmal auf sich warten lässt". Vor allem wünschte sich der Landrat, dass die Schulabgänger ihr erworbenes Wissen hier in der Region einsetzen, denn "hier in unserem wunderschönen Landkreis habt Ihr wirklich gute Zukunftsperspektiven".
"Die Lehrer machen einen guten Job, auch wenn wir sie nicht immer verstehen", erklärten die Schülersprecher Laetitia Colacicco, Gabriel May und Tobias Kempf. Und spätestens, "wenn die Prüfungen plötzlich wie aus dem Nichts auftauchen", merke auch der Letzte, "dass es von Vorteil ist, auf die Lehrer zu hören". Die Schülersprecher wie auch die einzelnen Klassen dankten ihren Lehrkräften für die Unterstützung sowohl fachlich, als auch bei persönlichen Anliegen.
Was so alles passierte während der Schulzeit der Abschlussschüler, beleuchtete Hartmut Hopperdietzel, der sein erstes Jahr als Direktor der Haßfurter Realschule erlebte. Wissen, Werte und hoffentlich auch das Wollen, gesteckte Ziele auch zu erreichen, gebe die Schule mit. Er zeigte sich überzeugt, dass die Absolventen nun wissen, wie man richtig von falsch, wichtig von unwichtig unterschiedet. "Darum prüft alles und behaltet das Gute", zitierte er Paulus.


Beeindruckt vom Engagement

Hopperdietzel zeigte sich beeindruckt vom sozialen Engagement seiner Schülerinnen und Schüler, ob in SMV und Streitschlichter-Projekt, oder bei der Unterstützung der syrischen Flüchtlinge in den Turnhallen Ost und West im vergangenen Sommer und Herbst.
Wie gut gerüstet die Absolventen sind, das hätten sie nicht zuletzt durch ihren "wirklich toll bis ins letzte technische Detail organisierten Abschluss-Scherz bewiesen". "Ihr habt nicht nur für Noten, sondern für das Leben gelernt und ich mach mir keine Sorgen, dass ihr das vor euch Liegende nicht meistern könnt".


Preise für die Besten

Die Auszeichnung der Besten übernahm zweite Konrektorin Christine Rottmann. Der Preis des Fördervereins für die beste Abschluss-Leistung mit einer glatten 1,0 ging an Selina Huttner aus der 10c, die auch für die beste Abschlussprüfung in Französisch durch die Firma Hofmanns Pfiffikus ausgezeichnet wurde. Die Fränkischen Rohrwerke zeichneten Johanna Korn für die beste Leistung im Technischen Zweig aus, den Preis für die beste kaufmännische Leistung stiftet die Sparkasse, ihn erhielten wegen gleich guter Abschlüsse im Fach Betriebswirtschaftslehre-Rechnungswesen Kathrin Weißkopf und Maximilian Müller. Die beste Abschlussprüfung im Fach Werken legte Svenja Hastedt ab, dafür erhielt sie den Preis der Goldschmiede Buhlheller.
Die besonderen sozialen Leistungen würdigt die Raiffeisen-Volksbank. Der Preis ging an Laeticia Colacicco und Lisa Müller. Hervorragende sportliche Leistungen zeigten Miriam Piechaczek und Jonathan Bischoff, sie erhielten den Preis der Firma Euronics-Schlegelmilch. Für besonders großen Einsatz für die Schulgemeinschaft zeichnete die Firma IT Service Thomas Grimm die Schülersprecherin Laetitia Colacicco aus.
Bei der Übergabe der Zeugnisse wurde auch aufgezeigt, wo der berufliche oder schulische Weg der Absolventen hinführt. Diese Wege sind sehr unterschiedlich. Für Tobias Kempf aus Westheim führt er "zurück aufs Gymnasium". Dort ging er nach der sechsten Klasse ab, "wegen Französisch". Er mag Naturwissenschaften, gewann den Mathe-Wettbewerb und strebt das allgemeine Abitur an, um ein naturwissenschaftliches Studium aufzunehmen.


Ziele erreichen

Auch Laeticia Colacicco aus Haßfurt bleibt am Schulzentrum, wechselt in die Übergangsklasse des Gymnasiums. Zwei Fremdsprachen waren für sie kein Problem. Die erfolgreiche Leichtathletin und Tänzerin strebt nach dem Abitur ein Duales Studium Internationales Sportmanagement an. Den Wirtschaftszweig der Realschule absolvierte Jessie Mühlbauer aus Knetzgau. Sie war früher Fußballerin, hat sich zum Ende der Schullaufbahn aber dann doch sehr intensiv auf das Lernen konzentriert - und auf die Arbeit in der Schulfirma seit der siebten Klasse. "Man lernt da Zusammenarbeit und Verantwortung für die Jüngeren, die neu einsteigen", erklärt sie. Sie beginnt in einem Architekturbüro in Haßfurt eine Ausbildung als Bauzeichnerin und hofft, auch wieder etwas mehr Zeit für den Sport zu finden. Alle drei unternehmen seit dem letzten Unterrichtstag viel mit ihrer Klasse, denn man werde sich dann ja nicht mehr so oft sehen.