Einem FT-Leser sind die Nager vermehrt in der Forchheimer Innenstadt aufgefallen. Wer ist für die Rattenbekämpfung zuständig? Was hat die Trockenheit damit zu tun?
"Selbst in der Fußgängerzone, welch ein Graus, marschieren die Tierchen ein und aus," dichtet ein Forchheimer in seinem Leserbrief an den Fränkischen Tag. Tierchen fungiert hier als Euphemismus für die gemeine Hausratte. Die kleinen Nager mit nackigem Schwanz sollen seinem Gedicht nach, in der Forchheimer Innenstadt ihr Unwesen treiben.
"Die Wortwahl Rattenproblem würde ich nicht wählen. Es ist bekannt, dass in der Kanalisation in Forchheim Ratten leben," berichtet Britta Kurth, Pressesprecherin der Stadt Forchheim, auf die Frage, ob sie von Rattenproblemen in der Innenstadt wüsste. "Die Stadtwerke Forchheim sind für die Rattenbekämpfung in der öffentlichen Kanalisation zuständig und die Maßnahmen werden auch regelmäßig durchgeführt. Aber eine Kanalisation kriegt man in keiner Stadt komplett rattenfrei. Auch in Forchheim nicht," so Kurth weiter.
Die Rattenfänger von Forchheim
"Man legt doch so viel Wert auf Fremdenverkehr, müsste hier nicht der Spezialist aus Hameln her?", reimt der FT-Leser weiter. Rattenfänger von Forchheim wären in diesem Fall gleich mehrere: Die Mitarbeiter der Stadtwerke Forchheim.
"Zwei Mal im Jahr, jeweils im Sommer und Winter, werden durch geschultes Personal im Kanalnetz (circa 400 Schächte), zwischen 600 und 1000 Rattenköder ausgelegt. Die letzte Bekämpfungsmaßnahme wurde vor einigen Wochen abgeschlossen," schreibt Nicole Dutschmann, Marketing- und PR-Leiterin der Stadtwerke Forchheim auf Anfrage des Fränkischen Tages. "Die Mitarbeiter legen in den betroffenen Schächten so lange Köder aus, bis keine Köderannahme mehr zu verzeichnen ist. Dabei halten sich die Stadtwerke Forchheim Kommunalunternehmen streng an das geltende Tierschutzgesetz," heißt es weiter. Außerdem würde "seit mehr als zehn Jahren ein Register geführt und so die Ausbreitung der Ratten im Kanalnetz kontrolliert und bei Bedarf gezielt bekämpft." Allerdings seien die Stadtwerke aufgrund der geltenden Abwassergebührenverordnung "nur berechtigt, im öffentlichen Kanalnetz Köder auszulegen."
Private Grundstückseigentümer hingegen sind selbstverantwortlich für die Bekämpfung einer Rattenplage auf dem eigenen Grundstück.
Weniger Ratten ertrunken
"Ich denke, das macht Sinn, da ich den Viechern in letzter Zeit des Öfteren begegnet bin," dichtet der poetische FT-Leser weiter. Ratten vermehren sich grundsätzlich dort, wo es reichlich Futterquellen gibt. Dabei sind sie nicht wählerisch. Ob ein fallengelassenes Pizzastück, offene Müllsäcke oder ein Komposthaufen, das alles sind Gourmettempel für die Nager.
"In die Kanalisation ziehen sie sich dann zurück, wenn es an der Oberfläche nicht genügend ruhige Plätze gibt, wo sie ihre Nester bauen können," erklärt Dutschmann. Eine Antwort darauf, warum der Forchheimer Leser aktuell so viele Ratten bemerkt, gibt das Schreiben der Stadtwerke ebenfalls: "In den letzten Monaten hat es längere Zeit nicht stark genug geregnet, so dass weniger Ratten durch schnell ansteigendes Wasser ertrunken sind, was wiederum zu einem Populationszuwachs führt."