"Südlink - Vorstellung des aktuellen Sachstandes und der weiteren Planung" stand auf der Tagesordnung des Marktgemeinderates Maßbach in der ersten Sitzung nach der Sommerpause. Christopher Göpfert, Bürgerreferent des Stromnetzbetreibers TransnetBW GmbH (Stuttgart), informierte eine Stunde lang über die geplante, rund 700 Kilometer lange Stromleitung vom Norden bis nach Baden-Württemberg und stand den Räten Rede und Antwort.

Auch Maßbach ist davon betroffen, denn die Leitung läuft mit großer Sicherheit östlich der Autobahn A 71. Nach firmeneigener Einschätzung ist diese Stromleitung eine "Hauptschlagader der Energiewende" und das "größte Infrastrukturvorhaben der Energiewende in Deutschland".

Göpfert erläuterte den derzeitigen Planungsstand. Der erste Schritt, die Suche nach einem 1000 Meter breiten Korridor für die Trasse, ist abgeschlossen. Der zweite Schritt ist im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens die Festlegung eines konkreteren Verlaufs. Bei Maßbach führt der Korridor links und rechts der Autobahn. Die Stromkabel mit 525 Kilovolt Gleichstrom sollen überall unterirdisch verlegt werden.

Nächster Schritt ist die Genehmigung des Korridors durch die Bundesnetzagentur, einer Bundesbehörde. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens schlagen die beiden Betreiber (TransnetBW im Süden und TenneT im nördlichen Bereich) schließlich einen Leitungsverlauf vor, der dann von der Bundesnetzagentur festgelegt wird. Vor dem Antrag auf den Planfeststellungs- und dem Genehmigungsbeschluss durch die Bundesnetzagentur finden Anhörungen statt.

Bisher nur Vorschläge

Christopher Göpfert zeigte Karten, auf denen die Südlink-Trasse östlich der Autobahn liegt. Er hob aber ausdrücklich hervor "wir machen nur Vorschläge, entscheiden über die Trasse wird die Bundesnetzagentur". Vor der Festlegung eines Trassen-Vorschlags wird die Bodenbeschaffenheit untersucht, denn davon kann die Bauweise abhängen. Tierarten werden kartiert, um gefährdete Arten zu schützen. Zu den Vorbereitungen gehören auch archäologische Erkundungen und die Suche nach Kampfmitteln.

"Wasserschutzgebiete II sind für uns tabu" , betonte Göpfert. Zwar soll die Stromtrasse entlang der Autobahn verlaufen, von dieser muss allerdings ein Abstand von 40 Metern eingehalten werden. "Dass die Autobahn A 71 zusammenbricht und erweitert werden muss, ist nicht zu erwarten. Aber das autonome Fahren ist zurzeit ein Totschlagargument" , so Göpfert.

Zusammen mit der Universität Hohenheim wird seit 2020 bis zum Jahr 2025 untersucht, welchen Einfluss Erdkabel auf die Böden darüber haben (Seite 16). Beim Bau der Strecken wird ein sogenannter Arbeitsstreifen von 40 bis 45 Meter Breite benötigt. Später bleibt ein Schutzstreifen von 16 bis 20 Meter für die Kabelstränge, die 1,3 bis 1,5 Meter mit Erde überdeckt werden. Ober- und Unterboden, die für die Verlegung entnommen werden, werden getrennt gelagert und dann wieder eingebracht.

Während der Arbeiten sind zum Teil Baustraßen nötig. Alle Straßen und Wege, die beschädigt würden, würden auch wieder "mindestens" in den alten Zustand versetzt, versicherte er. Die Kabel werden in Köln hergestellt, dann bis Heilbronn per Schiff und anschließend per Lastwagen hierhergeschafft. Die Kabeltrommeln selbst haben einen Durchmesser von 4,40 Metern.

Marktgemeinderätin Susanne Ziegler (Grüne/FBuU) wollte wissen, ob die Energie aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen in die Kabel eingespeist werden kann. Das sei technisch nicht möglich, das sei eine Verbindung von Nord nach Süd ohne Zwischenstationen. Allerdings sei es möglich, Glasfaserkabel für die Breitband-Kommunikation mit einzugraben, "wir dürfen das nicht selber, wir suchen noch einen Betreiber dafür". Göpfert sagte, dass die notwendigen Untersuchungen wohl 2022 abgeschlossen würden, aber "wie lange die Bundesnetzagentur dann braucht, liegt nicht in unserer Hand".