Die wichtigste Nachricht in der Sitzung des Gemeinderats am Montagabend kam aus dem nichtöffentlichen Teil: Das Kulmbacher Architekturbüro H2M erhielt den Auftrag für eine Machbarkeitsstudie für die geplante Sanierung und Erweiterung der Kindertagesstätte in Fölschnitz. Bürgermeisterin Anita Sack (FW) zeigte sich zuversichtlich, dass der Gemeinderat schon in der Juli-Sitzung über die Studie beraten und eine Entscheidung herbeiführen kann.

Ansonsten hatte das Gremium keine schwerwiegenden Themen zu beraten, dennoch kam es zu unterschiedlichen Beurteilungen einzelner Tagesordnungspunkte, die teilweise sogar zu hitzigen "Wortgefechten" führten. Beteiligte waren neben Anita Sack auch Michael Heisinger und Heinz Mösch (CSU).

Die Berichte von der jüngsten Sitzung des Bauausschusses und die Frage des Anschlusses der Gemeinde Ködnitz an das Radewegekonzept des Landkreis Kulmbach riefen die Kritik von Michael Heisinger hervor. "Wir können die Punkte nicht einfach im Zick-Zack abhandeln." Klaus Wollnik (CSU) bat darum, die Sitzungen des Bauausschusses besser vorzubereiten, die Mitglieder müssten die Möglichkeiten bekommen, sich bereits im Vorfeld mit den Tagesordnungspunkten zu beschäftigen.

"Optimal und perfekt"

Michael Heisinger sah bei der Engstelle in Ködnitz durchaus die Bereitschaft zweier Anlieger, entlang ihrer Grundstücke einen Gehweg anlegen zu lassen: "Das wäre eine optimale und perfekte Lösung, um die Gefahrenstelle zu entschärfen." Sack verwies darauf, dass das Staatliche Bauamt gebeten wurde, einen möglichen Gehweg im Bereich der Engstelle zu planen und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorzulegen.

Aus dem Bauausschuss berichtete die Bürgermeisterin auch noch vom Ausbau des Reisighofwegs. Hier ist angedacht, die Straße über das Programm "Kernwegenetz" durch das Amt für Ländliche Entwicklung fördern zu lassen. Michael Heisinger bat darum, auch eine weitere Fördermöglichkeit aus Mitteln des "Ländlichen Straßen- und Wegebaues" zu prüfen, die Heinz Mösch aufgezeigt habe.

Was den Sachstandsbericht zum Radwegekonzept des Landkreises angeht, verwies Anita Sack auf das erklärte Ziel, flächendeckend für attraktive Rahmenbedingungen für Radler zu sorgen. So soll in Verbindung mit bestehenden Routen und touristischen Angeboten für ein zielorientiertes Radverkehrsnetz gesorgt werden. In einem ersten Schritt konnte auch die Gemeinde Ködnitz Vorschläge an den Landkreis abgeben. "Wir halten nach wie vor einen direkten Radweg zwischen Kauerndorf und Trebgast für dringend notwendig", so Sack. Der Radweg durch das Weißmaintal wäre auch ein Mehrwert für die Region. "Damit kann auch ein Zugang zu den Bahnlinien in Trebgast mit einem Anschluss nach Bayreuth erfolgen."

Auch eine Radwegeverbindung über die Kreisstraße KU 10 wurde von der Gemeinde Ködnitz als eine sinnvolle Ergänzung angesehen, um die Rangen-Ortschaften anzubinden. Die Bürgermeisterin sprach sich dafür aus, auf das neue Konzept des Landkreises aufzubauen, das noch in Bearbeitung ist und demnächst vorgestellt werden soll. Der Radweg von Kauerndorf nach Fölschnitz sei sicherlich zentral, leichter sei die Weiterfühung über die Kneipp-Anlage nach Ebersbach und die "Kengster Gasse" nach Ködnitz. Was die Fortführung nach Waizendorf angeht, verwies Anita Sack auf Gespräche mit dem Trebgaster Bürgermeister Herwig Neumann und die Zusammenarbeit mit ILE-Managerin Annabell Ohla.

"Das sollten wir schnell anpacken"

Für Heinz Mösch macht es bereits jetzt Sinn, sich mit dem Staatlichen Bauamt in Verbindung zu setzen, um für ein Teilstück von Kauerndorf bis zur jetzigen Baustelle an der Staatsstraße einen straßenbegleitenden Radweg zu bekommen. Und für ein notwendiges Brückenbauwerk über den "Weißen Main" sollten Grundstücksverhandlungen geführt werden. "Das sollten wir schnell anpacken, sonst schauen wir wieder bei einer möglichen Förderung in die Röhre."

Reinhard Kortschack (FW) verwies auf eine mehrheitliche Beschlusslage des alten Gemeinderats: "Die Gemeinde Ködnitz sollte die Vorlage des Konzepts abwarten. Jede Gemeinde kann doch nicht ihre eigene Suppe kochen. Es wird so viel Quatsch erzählt, dass das einem fast leid tut."

Bürgermeisterin Sack berichtete noch von der Online-Konferenz "boden:ständig", in der ein Bestands- und Bewertungsplan mit eventuellen Maßnahme-Konzepten in der Gemeinde Ködnitz aufgezeigt wurde. DieAsphaltarbeiten an der früheren Schule in Heinersreuth wurden an die Guttenberger Straßenbaugesellschaft vergeben.