In der letzten Sitzung des Umweltausschusses im vergangenen Jahr unter Leitung von Landrat Johann Kalb (CSU) erläuterte Nadja Kulpa-Goppert, die Leiterin des Geschäftsbereichs Regionalentwicklung, den aktuellen Sachstand zum Intermodalen Mobilitätskonzept des Landkreises Bamberg.

Seit der Verabschiedung des Konzepts im März 2018 wurden die dort formulierten 46 Maßnahmenvorschläge weiter bearbeitet. Dabei zeigte sich, dass von den Maßnahmen nur manche Punkte tatsächlich abschließend bearbeitet und abgehakt werden konnten. Ein großer Teil der Maßnahmen zieht entweder Folgemaßnahmen nach sich oder stellt Daueraufgaben dar, die regelmäßig wiederkehren oder einer steten Bearbeitung bedürfen. Der Umweltausschuss wurde insbesondere über den aktuellen Sachverhalt im Bereich Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Radverkehr und Mobilstationen/Intermodal informiert.

Markus Hammrich zeigte den aktuellen Sachstand und erläuterte die weitere Vorgehensweise. Bereits im Dezember 2019 war der neue Nahverkehrsplan beschlossen worden. Darin sind u.a. die künftige Verkehrsbedienung, neue Standards und ein Maßnahmenpaket definiert. Aktuell wird intensiv an der Grobkonzeption des neuen Busnetzes 2024 in Zusammenarbeit mit dem VGN und unter Einbeziehung der Kommunen gearbeitet.

480 000 Kilometer gefahren

Hammrich erläuterte darüber hinaus das Alltagsradverkehrskonzept, das am 16. November im Rahmen einer Online-Präsentation vorgestellt wurde. Darin sind das anzustrebende Wegenetz, kreisweite Qualitätskriterien, Entwicklungsmaßnahmen, Empfehlungen zur Behebung von Gefahrstellen und von Radabstellanlagen sowie Öffentlichkeitsarbeit und weitere Handlungsfelder enthalten.

Die Aktion "Stadtradeln 2020" fand im Sommer unter Beteiligung von 127 Teams aus 30 Landkreiskommunen mit erneutem Kilometer-Rekord statt. Es wurden knapp 480 000 Kilometer gefahren (2019 waren es 180 000 Kilometer), womit bayernweit Platz vier erreicht wurde. Es können damit 175 Bäume in den teilnehmenden Kommunen gepflanzt werden. 2019 waren es lediglich 72 Bäume. Wegen der Corona-Pandemie konnte kein Rahmenprogramm stattfinden.

Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt ist die Realisierung eines Metropolradwegs Bamberg-Nürnberg, die unter Federführung von Landkreis und Stadt Bamberg vorangetrieben werden soll.

Der Kreisausschuss hatte bereits die Beschaffung eines Geo-Informations-Systems zum Management der Radverkehrs-Daten beschlossen. Die Testphase des Produktes läuft derzeit noch. Außerdem wurde eine neue Radverkehrs-Webseite erstellt. Sie kann unter www.landkreis-bamberg.de/Radverkehr/ aufgerufen werden und erfreut sich bei den Nutzern großer Beliebtheit, wie Hammrich berichtete.

Für die Umsetzung umweltfreundlicher Mobilitätsangebote und die Verbesserung der Infrastruktur sind sogenannte Mobilstationen im Landkreis geplant. An netzrelevanten Punkten sollen diese entstehen. Module einer Mobilstation sind neben den verkehrlichen Modulen wie unter anderem sichere Radabstellanlagen, Radluftstationen, Pkw-Parken, Pendlerparken, Car-Sharing-Station, Taxistände auch Module der Elektromobilität wie Ladestationen für E-Autos, E-Bikes und Pedelecs und viele weitere Serviceangebote wie zum Beispiel ein WLAN-Hotspot, Ladebuchse fürs Handy, Briefkasten, Packstation, Schließfach oder auch eine öffentliche Toilette.

Um die Einheitlichkeit in Erscheinung und Benutzung zu gewährleisten und um den Gemeinden die praktische Umsetzung möglichst einfach zu machen, wurde ein Rahmenkonzept erarbeitet. 2019 wurden als erste Pilotprojekte die Mobilstationen in Baunach, Gundelsheim, Scheßlitz, Zapfendorf und Rattelsdorf-Ebing vorangetrieben. Für vier der fünf Projekte liegen Förderzusagen vor. Für das fünfte Pilotprojekt, den Pendlerparkplatz Scheßlitz, steht eine Aufnahme in das Leader-Programm in Aussicht. Für Altendorf, Hirschaid und Strullendorf wurden grobe Konzeptionen erstellt. Mit Hallstadt und Litzendorf laufen bereits konzeptionelle Abstimmungen. Die Kommunen, so der Referent, sollen dabei auch weiterhin vom Landkreis begleitet und unterstützt werden.

Wichtiger Leitfaden

Die Mitglieder des Umweltausschusses lobten das Alltagsradverkehrskonzept. Mit diesem Handbuch, welches auch ein umfangreiches Datenmaterial für die jeweiligen Kommunen beinhaltet, hat man den Gemeinden einen wichtigen Leitfaden an die Hand gegeben, so Kreisrat Carsten Joneitis (SPD), wo man präzise nachschauen kann, was in der eigenen Gemeinde los ist und was man machen kann, um die Situation vor Ort zu verbessern. Kreisrätin Helga Bieberstein (Grüne Bamberg-Land) regte an, je ein Handbuch an die jeweiligen Fraktionen im Kreistag auszuhändigen.