Der Markt Pressig trauert um seinen Ehrenbürger Hans Möckel. Er ist vergangene Woche im Alter von 86 Jahren verstorben. Pater Helmut Haagen OMI und Bürgermeister Stefan Heinlein würdigten in einem Trauergottesdienst in der St.-Bartholomäus-Kirche in Rothenkirchen die großartige, ehrenamtliche Lebensleistung des Verstorbenen, der sich in Kirche, Kommunalpolitik, Sozialleben und in Vereinen und Verbänden große Verdienste erwarb. Möckel war ein "Urgestein" des Frankenwaldes und wurde dank seines vielseitigen Einsatzes zu einer Institution in der Region. Coronabedingt fand das Requiem nur in kleinem Rahmen statt.

42 Jahre im Gemeinderat

Der in Glosberg geborene Hans Möckel kam durch die Eheschließung mit seiner Ehefrau Erika im Jahr 1956 nach Rothenkirchen. Im Jahr 2008 wurde er aufgrund seiner Verdienste um den Markt Pressig zum Ehrenbürger ernannt. 42 Jahre war er Mitglied im Marktgemeinderat. Zuerst von 1966 bis 1978 in Rothenkirchen und ab 1978 bis 2008 Marktgemeinderat im Markt Pressig, und in diesen 30 Jahren war er auch Zweiter Bürgermeister.

Seine Verdienste um die Pfarrei St. Bartholomäus Rothenkirchen hob Pater Helmut Haagen hervor. Als Kirchenpfleger habe er über Jahrzehnte hinweg die finanziellen Geschicke der Pfarrei geleitet und so die Voraussetzungen geschaffen, dass hier überhaupt Gottesdienste stattfinden konnten, denn der Unterhalt eines Gotteshauses, eines Pfarrhauses oder eines Pfarrzentrums regele sich nicht von selbst. Der Verstorbene war aber auch jahrzehntelang als Mesner und Lektor in seiner Heimatpfarrei engagiert. Haagen: "Hans Möckel gehörte quasi zum Inventar dieser Kirche, denn rechnet man seine Ministrantentätigkeit in Glosberg dazu, stand er über 70 Jahre im Dienst der Kirche".

Mit bewegten Worten schilderte der Prediger den Kampf von Hans Möckel um die Erweiterung des Kindergartens St. Franziskus. Das Wohl der Kinder lag ihm stets sehr am Herzen. Dies zeigten auch die jährlichen Auftritte des Verstorbenen zum Nikolaustag im Kindergarten.

Auch an die Kleinen im wirtschaftlichen und sozialen Sinn hat Hans Möckel gedacht, wenn er als VdK- oder KAB-Vorsitzender (auch diese Funktionen hatte er über Jahrzehnte inne) sich um Menschen kümmerte, die nur eine Kleinstrente hatten und daher Unterstützung brauchten.

"Der übergroße Zeigefinger war ein Erkennungszeichen vom Möckels Hans", so Pater Haagen weiter. "Jeder im Ort kannte Hans, wenn er mit dem Zeigefinger wackelte oder um sich her deutete. Haagen: "Mit seinem Zeigefinger hat unser Hans deutlich gezeigt, wo es lang geht. Und solche Leute, die im guten Sinne zeigen, wo es lang geht, braucht die Kirche wie auch jede andere Körperschaft." Doch er habe mit seinem Zeigefinger nicht nur angegeben, sondern seine Finger auch für die Kirchengemeinde gerührt, so dass vieles durch sein Engagement verwirklicht wurde.

Geselliger Mensch

Als geselliger Mensch suchte er stets die Gemeinschaft. Sein Sinn für Humor, Spaß und Scherze zeichneten ihn vor allem in der Faschingsgesellschaft Rothenkirchen aus, deren Elferratspräsident er nach der Gründung im Jahr 1980 war und von der er zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde. Und man könnte eine weitere Liste an Ehrenämtern aufführen, die Hans Möckel mit Leidenschaft ausführte. Es sei nur der Gesangverein genannt, den er 25 Jahre als Vorsitzender führte. Zudem war der Verstorbene Ehrenmitglied im SV Rothenkirchen und im Schützenverein Friedersdorf.

Seine politische Heimat war die CSU. Landrat Klaus Löffler hatte zum 85. Geburtstag von Hans Möckel dessen Engagement so zusammengefasst: "Das ehrenamtliche Engagement von Hans Möckel ist außergewöhnlich und beispielhaft!" Bürgermeister Stefan Heinlein hob hervor, dass die Marktgemeinde Pressig ohne die verdienstvolle Aufbauleistung und dessen breit gefächertes ehrenamtliches Engagement in der Form wie heute nicht denkbar wäre.

Seine vielen Auszeichnungen und Ehrungen sind Belege für ein unermüdliches Wirken für die Allgemeinheit: Die kommunale Dankurkunde im Jahr 1987, das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber im Jahr 2001 und die Ernennung zum Ehrenbürger im Jahr 2008 unterstreichen die Leistung von Hans Möckel, so Bürgermeister Stefan Heinlein. eh