"Im Zuge der anhaltenden Frühjahrsbelebung ist die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof weiter gesunken und liegt nun den zweiten Monat in Folge wieder unter dem jeweiligen Vorjahreswert", zieht Agenturchef Sebastian Peine die aktuelle Monatsbilanz. Trotz des deutlichen Rückgangs habe man allerdings das Vorkrisen-Niveau noch nicht wieder erreicht.

So waren in der Region, zu der auch der Landkreis Kulmbach gehört, 10 114 Arbeitslose zu verzeichnen, 604 weniger als im Vormonat und 1911 weniger als im Mai 2020. Gegenüber Mai 2019 waren 1627 Männer und Frauen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen.

Im Mai mussten sich deutlich weniger Menschen arbeitslos melden als im Vorjahresmonat und im Mai der Jahre 2018 und 2019. "Auch bei den Arbeitsaufnahmen hat die Dynamik aktuell gegenüber dem Vorjahr wieder zugenommen. Im Vergleich zu den Mai-Werten der Vorjahre konnten aber noch nicht so viele Menschen in eine neue Beschäftigung starten", so Peine.

Mit 857 liegt die Zahl der jungen Arbeitslosen wieder auf dem Niveau der Jahre 2018 und 2019. Ebenso bleibt der Anteil an allen Langzeitarbeitslosen mit 2,4 Prozent weiterhin niedrig. Dabei konnten vor allem junge Erwachsene ohne Berufsausbildung keine neue Beschäftigung finden.

Qualifizierung wichtig

Agenturleiter Peine betont: "Um nachhaltig und existenzsichernd auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, ist eine gute berufliche Qualifikation nicht nur für junge Menschen wichtiger denn je. Die Arbeitsagentur unterstützt dabei mit verschiedenen Förderangeboten. Ich kann Betroffenen nur empfehlen, die Zeit der Arbeitslosigkeit oder auch der Kurzarbeit dafür zu nutzen." Tatsache sei, dass Menschen ohne Berufsabschluss ein vergleichsweise hohes Risiko haben, immer wieder arbeitslos zu werden.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften war mit 1533 Vermittlungsaufträgen etwas geringer als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr wurden aber nahezu doppelt so viele Stellen gemeldet und auch gegenüber den Zugängen von Mai 2018 und Mai 2019 zeigten sich sehr deutliche Anstiege bei den neu gemeldeten Arbeitsstellen. Der Stellenbestand verzeichnet damit ein neues Rekordniveau.

Auf dem Ausbildungsmarkt der Region sind derzeit 875 Jugendliche weiterhin auf der Suche nach dem passenden Einstieg ins Berufsleben. 1856 Ausbildungsplätze quer durch alle Branchen und Berufe sind aktuell noch zu besetzen. Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen hätten aber die Berufsorientierung und Ausbildungsplatzsuche deutlich erschwert. Damit Bewerber und Jugendliche dennoch unkompliziert ins Gespräch kommen und zusammenfinden können, lädt die Arbeitsagentur am 24. Juni zu einer virtuellen Ausbildungs- und Studienbörse ein, erläutert Peine. Alle Infos unter www.webmessen.de/ausbildungsboerse-bayreuth-hof.

Blick nach Kulmbach

Auch im Landkreis Kulmbach geht die Zahl der Arbeitslosen beständig zurück. Viele Arbeitnehmer des Hotel- und Gaststättengewerbes warten auf weitere Lockerungen im Pandemie-Geschehen, um ihre bisherige Arbeit wieder aufnehmen zu können. Allerdings haben sich manche Fachkräfte Arbeitsstellen in branchenfremden Bereichen gesucht. Die Zeitarbeitsbranche zeigt sich aufnahmefähig, allerdings oft nur für kurze Beschäftigungszeiträume. Pandemiebedingt erfolgten verschiedene Meldungen von selbstständigen Einzelunternehmern, die ihr Gewerbe aufgeben mussten. Die regionalen Bildungsträger stellen sich darauf ein, in Kürze wieder Präsenzunterricht durchzuführen.

"Die Nachfrage nach Arbeitskräften nimmt langsam an Fahrt auf, allgemein ist eine vorsichtig optimistische Zuversicht zu spüren", sagt Sebastian Peine. Mit 209 Stellenmeldungen gab es im Kreis Kulmbach ein Plus von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit Jahresbeginn gingen 889 Vermittlungsaufträge ein. Die stärkste Nachfrage ist aktuell im Bauhauptgewerbe festzustellen, insbesondere für den Tiefbau werden Kanalarbeiter, Straßenbauer, und Tiefbauarbeiter gesucht. Aber auch das Baunebengewerbe hat dringenden Kräftebedarf an Elektrotechnikern, Malern, Zimmerern und Anlagenmechanikern für Sanitär, Heizung und Klima.

Teilweise sind die nachgefragten Fachkräfte nicht verfügbar, so dass die Arbeitgeber gerne auf motivierte erfahrene Helfer zurückgreifen. Weiterhin gesucht sind pädagogische Fachkräfte und medizinisches Fachpersonal. red