Genau fünf Monate lang hielt der Hype um den Bubble Tea im Jahr 2012 in Coburg an. Im damaligen Sommer schossen die Läden hier wie Pilze aus dem Boden. Doch dann geriet das asiatische Kult-Getränk in Verruf, gesundheitsschädlich zu sein, und aus war es mit dem neuen knallbunten Milch-Mix. Jetzt lebt der vergessen geglaubte Trend überraschend wieder auf: Gleich drei Läden wollen den Tee, der angeblich in den 1980er Jahren in Taiwan erfunden wurde, wieder in Coburg anbieten, einer davon eröffnet schon an diesem Samstag in der Mohrenstraße.

Man muss zurückblicken ins Jahr 2012, um zu verstehen, was den Aufstieg der süßen Mischung aus Tee, Milch und Tapiokaperlen damals so abrupt stoppte. Die Technische Hochschule Aachen hatte seinerzeit eine Studie veröffentlicht, wonach sich in den Tapiokaperlen im Bubble Tea krebserregende Stoffe befinden sollten. Auf die Konsumenten, besser gesagt, auf deren Eltern, denn der Bubble Tea wurde hauptsächlich von Kindern und Jugendlichen getrunken, hatte diese Studie offenbar eine abschreckende Wirkung. Die Geschäfte verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren - auch in Coburg.

Neun Jahre später hat das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe den Ruf des süßen Mix-Getränks wieder hergestellt. Das Institut hatte 30 verschiedene Bubble Teas eingehend untersucht. Das Ergebnis: In keiner einzigen der getesteten Proben wurden krebserregende Stoffe gefunden.

Thomas Bui eröffnet seinen Coburger Laden am Samstag, 3. Juli, in der Mohrenstraße. Die Räume im Erdgeschoss des Hauses Nummer 32 (zuletzt "Schöffel Lowa Store") teilt sich der Bubble-Tea-Laden mit einem Nagel- und Haar-Studio - selbstverständlich räumlich voneinander getrennt, wie es die Vorschriften verlangen. Noch haben die beiden Geschäfte einen gemeinsamen Eingang, doch das werde sich demnächst ändern, sagte Thomas Bui dem Tageblatt auf Nachfrage. Eines der Schaufenster des Beautysalons werde in einen separaten Eingang umgewandelt.

Auch in der Ketschengasse 8 (Booba Tea) und im Steinweg soll demnächst Bubble Tea verkauft werden. Die Eröffnung des Booba Tea in der Ketschenvorstadt wurde wegen "technischer Probleme" (laut deren Facebook-Seite) auf Juli verschoben.