Vor etwas mehr als anderthalb Jahren hatte der Markt Hirschaid bei der Regierung von Oberfranken beantragt, den gemeinsamen Schulsprengel mit Hallerndorf aufzulösen, so dass die Schulkinder aus Rothensand, Klein- und Großbuchfeld künftig die Grundschule Sassanfarth besu-chen sollen, die zum Markt Hirschaid gehört.
Der Markt Hirschaid begründete seinen Antrag damit, dass die Schüler damit einen einfacheren Schulweg hätten und dass die kirchlichen Bindungen zwi-schen Hallerndorf und Hirschaid, die für die Bildung des Schulsprengels vor mehr als 45 Jahren geführt hatte, nicht mehr von solch vorrangiger Bedeutung sind.


Verlängerte Frist

Schlussendlich sollen die eigenen Schulstandorte in Hirschaid und Sassanfarth gesichert werden. Die Regierung von Oberfranken hat die Frist zur Anhörung auf Antrag Hallerndorfs jetzt verlängert.
Pfarrer Matthias Steffel erläuterte den Gemeinderäten, wie sich diese Sprengeländerung auch auf die kirchliche Gemeinde auswirken könne. Die Strukturen und Bindungen zwischen Schnaid, Stiebarlimbach, Rothensand, Klein- und Großbuchfeld bestehen seinen Angaben zufolge seit Jahrhunderten, sowohl kulturell als auch sozial und kirchlich. "Besuchen die Kinder nicht mehr die Grundschule in Hallerndorf, gehen sie auch nicht mehr in Schnaid zur Erstkommunion", mutmaßte der Pfarrer.
Sie werden seiner Überzeugung zufolge auch keine Ministrantendienste mehr in dem Hallerndorfer Ortsteil übernehmen. Wechselten dann noch die Eltern zur Pfarrei nach Hirschaid, beschleunige sich eine Entwicklung, an deren Ende die Pfarrei Schnaid auseinanderbrechen könne. Damit existiere die gesamte Seelsorgeeinheit Unterer Aischgrund nicht mehr, die Gemeindeteile müssten stattdessen über Dekanatsgrenzen hinweg in andere Einheiten verteilt werden.
Willersdorf käme zu Adelsdorf, Pautzfeld zu Burk und Buckenhofen, Schlammersdorf zu Seußling: "All das könnte die Änderung des Schulsprengels mit sich bringen", Steffel bezeichnete die Entwicklung als "beängstigend".


Ideen und Argumente

Hallerndorfs Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG) bat die Gemeinderäte, gemeinsam Ideen und Argumente zu sammeln, um die Regierung von Oberfranken vom Erhalt des Schulsprengels zu überzeugen.
Er frage sich, warum der Schulstandort in Hallerndorf geschwächt werden solle, obwohl doch gerade die Sanierung des Schulgebäudes und die Einführung der Offenen Ganztagesbetreuung von der Regierung genehmigt wurden. Gemeinderat Matthias Erlwein (JAB) plädierte ebenfalls für den Erhalt des Schulsprengels und forderte, dass die Lebensbedingungen in kleineren Ortschaften nicht weiter verschlechtert werden sollten.