Charlotte Wittnebel-Schmitz

Seit Mitte Mai gibt es in Nüdlingen Knöllchen für Falschparker. Nun stellte die Verwaltung den Nüdlinger Gemeinderäten die seitdem geahndeten Verkehrsverstöße vor. Die Bilanz: 174 Verstöße wurden gezählt. Das Verwarnungsgeld beläuft sich auf 3270 Euro.

"Wir haben die kommunale Verkehrsüberwachung nicht wegen des Geldes eingeführt", sagt Harald Hofmann (CSU), Bürgermeister von Nüdlingen. "Das Parkverhalten hat sich seitdem sehr gut entwickelt."

Gehwege blieben etwa wieder frei. Das Halten oder Parken auf dem Gehweg gehörte zu den häufigsten Vergehen, die ein Verwarnungsgeld nach sich zogen. Werden Autofahrer erwischt, kostet Halten auf dem Gehsteig 50 Euro und Parken 55 Euro. Häufig parkten Fahrer auch auf der linken Fahrbahnseite, also entgegen der Fahrtrichtung. 21 Mal wurden Autofahrer verwarnt, weil sie keine Parkscheibe ins Auto gelegt hatten.

Zweiter Bürgermeister Edgar Thomas (CSU) fragte, wie viel die Verkehrsüberwachung gekostet hätte. Dazu könne er nur in der nichtöffentlichen Sitzung des Gemeinderats eine Antwort geben, sagte Hofmann, da dies Personalkosten betreffe, die nichtöffentlich in der Gemeinderatssitzung besprochen werden. Im Oktober 2018 hatten die Gemeinderatsmitglieder beschlossen, eine kommunale Verkehrsüberwachung für den ruhenden Verkehr einzuführen, nachdem sich die Verstöße gehäuft hatten.

Geplatzte Wasserleitung

Harald Hofmann berichtete den Gemeinderäten, dass im Heimatmuseum eine geplatzte Wasserleitung für Schäden gesorgt hat. "Wie hoch der genaue Schaden ist, wissen wir noch nicht", sagte Hofmann. Gemeinderat Volker Schäfer (SPD) berichtete, dass rund 180 Kubikmeter Wasser ins Gebäude gelangt seien. Als Vergleich: Ein Vier-Personen-Haushalt benötigt durchschnittlich etwa 200 Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr. Es ist also eine Menge, die da ins Heimatmuseum floss.

"Der größere Schaden ist eher an der Bausubstanz entstanden, nicht an den Exponaten", vermutet Schäfer. Das Ärgerliche: Vor etwa drei Wochen sei in einem "Jour fixe" darüber gesprochen worden, Wasserstopper einzubauen, sagte Hofmann. "Das ist echt Pech", findet Hofmann. Geschäftsführer Stefan Funk stellte in der Gemeinderatssitzung außerdem die Gewinn- und Verlustrechnung der Gemeindewerke für das Jahr 2019 vor.

Bericht über die Gemeindewerke

Die Gemeindewerke bestehen aus der Stromversorgung und der Wasserversorgung der Gemeinde. Die Sparte Stromversorgung schließt 2019 mit einem Verlust von rund 23 533 Euro ab. Die Wasserversorgung erwirtschafte einen Überschuss von rund 31 003 Euro. Insgesamt ergab sich ein Überschuss von rund 7470 Euro.

In Zukunft wird es in Nüdlingen nachts etwas dunkler sein. Die Fassadenbeleuchtung für die Sebastianikapelle, die Kirchen in Nüdlingen und Haard, das Rathaus sowie die Alte Schule werden ausgeschaltet. Grund dafür sei das Bayerische Immissionsschutzgesetz, erklärte Hofmann. Für alle öffentlichen Gebäude gebe es ein Verbot, die Fassade zu beleuchten. Dies gilt ab 23 Uhr bis zur Morgendämmerung.

Außerdem stimmte der Gemeinderat den Bauanträgen der Bauherren zu, an der Röthe 7 ein Gartenhaus zu errichten. Auch der Erweiterung eines Einfamilienhauses um eine Terrasse mit Teilüberdachung und dem Bau eines Gartengeräteschuppens an der Röthe 17 bewilligten die Gemeinderäte. Burkhard Diez (UWH) schlug den Bauherren vor, beim geplanten Flachdach über eine Begrünung nachzudenken.