"Big Brother is Watching You" ist einer der geläufigsten Slogans unserer modernen Zeit. Das Fränkische Theater Maßbach kommt am Freitag, 18. März, um 19.30 Uhr zum Theaterring ins Kurtheater, mit einem Roman, der als einer der wichtigsten und bekanntesten Dystopien/Antiutopien des 20. Jahrhunderts gilt: "1984" in einer Bearbeitung für die Bühne von Christian Schidlowsky.

Eric Blair, der den Roman "1984" unter dem Pseudonym George Orwell schrieb, fand seinen Titel, indem er die Jahreszahl 1948, als er ihn schrieb, einfach drehte. 1984 schien für ihn und seine Zeitgenossen ungeheuer weit in der Zukunft zu liegen, für uns liegt das Jahr nun schon weit zurück. Doch behandelt Orwell Phänomene, die leider langlebiger waren und uns noch heute aktuell vorkommen.

Fakten systematisch verdrehen

Die Drohung des Herrschers im Jahr "1984", "Big Brother Is Watching You!" steht auch für uns immer noch für jegliche Art staatlicher Überwachung. Und eine der Tätigkeiten der zentralen Figur des Romans, Winston Smith, an seinem Arbeitsplatz im Ministerium für Wahrheit besteht darin, Fakten, die nicht mehr in die Staatsdoktrin passen, so zu verändern, dass sie dieser wieder entsprechen.

Seit der amerikanische Ex-Präsident Trump den Begriff der "Fake News" zur Diffamierung und Löschung ihm unangenehmer Fakten einführte, ist Winstons Tätigkeit auch in der Gegenwart präsent.

Journalisten in Gefahr

Auch angesichts der Rigorosität Wladimir Putins bei der Unterdrückung der brutalen Wahrheiten seines Angriffskrieges gegen die Ukraine fühlt man sich mit Schaudern in die Welt von "Big Brother" versetzt. Russische Journalisten werden genauso am Verbreiten der Wahrheit gehindert wie ihre Kollegen in China, was Orwells Dystopie zu einer erschreckend zeitnahen Darstellung macht.

In George Orwells Staat sind Nicht-Konformisten wie Winston Smith und sein Umfeld genauso in Gefahr wie im heutigen Russland. Auch die kleine private Welt, die Winston sich mit seiner Geliebten Julia aufbaut, gerät in höchste Gefahr, was einen großen Teil der Spannung im Roman ausmacht.

Regisseur Christian Schidlowsky beweist am Theater Maßbach seit Jahren, dass er auch komplexe gesellschaftliche Gruppen und Verhältnisse auf die Bühne bringen kann. So kann das Publikum des Theaterrings gespannt sein, wie ihm das mit dem Unterdrückungs- und Unrechtsstaat in "1984" gelingt. Das Ausstattungsteam von Robert Pflanz (Bühne), Jutta Reinhard (Kostüme) und Robert Werthmann (Licht) gestaltet die Bühne für die Schauspieler Benjamin Jorns, Marc Marchand, Yannick Rey und Anna Schindlbeck.

Karten

Karten gibt es bei der Tourist-Information im Arkadenbau direkt im Kurgarten täglich von 9.30 bis 17.30 Uhr, per Telefon Montag bis Freitag von 8.30 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 14 Uhr unter Tel.: 0971/8048-444 sowie an der Abendkasse im Kurtheater.