Die Kampagne "Sicheres Feiern" startete die Opferhilfe Oberfranken e.V. (Oho) in Altenkunstadt. Der Sommer hat begonnen und damit haben auch die für Biergärten, Open-Air-Veranstaltungen und Sommerfeste ihre Hochsaison. Doch läuft längst nicht alles immer sicher und vor allen Dingen in geordneten Bahnen ab.
Mit dem Schlagwort "K.-o.-Tropfen" war der 1. Vorsitzender der Opferhilfe Oberfranken, Alfons Hrubesch, schon bei einem seiner Kernthemen angelangt. Sie sind geruchs- und geschmacksneutral und werden nicht selten jemanden in ein Glas gegeben oder bei dessen Getränk hinzugemischt werden, womit der Versuch unternommen wird, sein Gegenüber, in besondere Maße sind dies natürlich Frauen, willenlos zu machen. Es gehe sogar so weit, betonte Hrubesch, dass Mitmenschen durch derartige Substanzen in ihrem Bewusstsein dermaßen beeinträchtigt werden, dass sie anschließend nicht mehr in der Lage sind, sich zu erinnern, was mit ihnen eigentlich geschehen ist. Deshalb sei es ein besonderes Anliegen der Oho, für mehr Sicherheit zu sorgen. Verstärkt werde deshalb mit einem speziellen Code für die Sicherheit in Bars, Lokalen, Discos etc., dessen Personal geschult ist, für den Schutz der Gäste geworben. "Der tiefere Sinn dessen ist", so Vorsitzender Alfons Hrubesch, dass alle, die vielleicht von jemand bedrängt werden, unsicher sind, den Eindruck haben, das bei einem Date Grenzen überschritten werden, sich sexuell belästigt oder womöglich gar bedroht fühlen, sich nur vertrauensvoll mit einer entsprechenden Frage an das Servicepersonal wenden müssen, wonach der Mitarbeiterstab dann die entsprechenden Entscheidungen (Polizei informieren, Taxi oder Freunde anrufen, die Person zum Taxi oder auf dem Heimweg begleiten und damit Betroffenen ganz einfach Schutz bieten) in die Wege leitet.
Zudem, so Hrubesch, empfehle die Opferhilfe Oberfranken folgende Apps: "KommGutHeim" und "WayGuard". Hierbei handelt es sich um Versionen mit ausgeklügelten Notfallfunktionen; wie etwa Bestimmung des Standortes, die Weitergabe von Nachrichten, Notfallkontakte werden aktiviert usw. Außerdem sei die Oho über ihre Hotline (Handy 0171/3032827) immer erreichbar. Hrubesch erklärte, dass mit dieser Kampagne bereits in England gute Erfahrungen erzielt worden seien. Die Oho habe sich diesem erfolgreichen Projekt, insbesondere hierzulande über den Frauennotruf Münster, angeschlossen, wodurch es zudem möglich ist, durch die vielen Vernetzungen die Präventionsarbeit auch bundesweit voranzubringen. Hrubesch zeigte sich erfreut darüber, dass er auch den Geschäftsführer der DrugCop GmbH aus Fürth, Mirko Karafiat, willkommen heißen konnte, einem Unternehmen, das gleichsam den K.-o.-Tropfen den Kampf angesagte habe. Geschäftsführer Karafiat berichtete aus seinen Erfahrungen und der Entwicklungsarbeit, wobei mit einer Art Cocktailstäbchen in einem Drink, das Getränk, etc., im Glas des Nutzers dauerhaft überwacht werden kann. Hrubesch verdeutlichte auch nochmals die wichtigen Maßnahmen der Beweissicherung, die nach einem derartigen Vorfall immer kurzfristig erfolgen müssten, denn schon nach wenigen Stunden sei diese Droge im Körper nicht mehr nachzuweisen. Hrubesch freute sich darüber, dass die Kampagne "Sicheres Feiern" auch von den beiden Brauereien, der Weismainer Püls-Bräu und dem Brauhaus Leikeim, eine derartige Unterstützung erhalten habe, die zudem zusagten, insbesondere im Bereich der Gastronomie verstärkt für diese Sicherheitsbemühungen zu werben. Laut Hrubesch könnten Mitarbeiter der Gastronomie jederzeit auf die Oho-Schulungen zurückgreifen. dr