Andreas Lösch Wie ist das eigentlich, wenn die Veranstalter überlegen, wer bei einem sechstägigen Open Air auftreten soll? Bucht man da einfach Künstler, deren Musik man selber gerne mag? Gaby Heyder vom Veranstaltungsservice Bamberg schmunzelt, als sie die Frage hört: Wenn man da nach dem eigenen Geschmack geht, erklärt sie, könnte man kaum erwarten, allzu viele Tickets zu verkaufen. Die Geschmäcker seien eben verschieden. Aber genau das mache auch den Reiz einer mehrtätigen Konzertreihe aus: "Da ist für jeden etwas dabei."

Spannende Entwicklung

Zusammen mit ihrem Mann Wolfgang Heyder leitet sie den Veranstaltungsservice Bamberg, die beiden kamen gestern nach Eyrichshof, wo sie in Kooperation mit dem Gastgeber und Schlossherrn Hermann Freiherr von Rotenhan seit fünf Jahren das "Rösler Open Air" auf die Beine beziehungsweise Bühne stellen. Ein Erfolgskonzept, wie die drei bei der Pressekonferenz feststellten. "Es ist spannend, wie sich unser kleines Baby entwickelt hat", sagte Rotenhan. Man wolle Abwechslung bieten und das sei auch dieses Jahr mit namhaften Bands und Musikern gelungen. Der Vorverkauf mit bereits über 10 000 verkauften Tickets spreche für sich.

Drei Zugpferde

Drei Zugpferde sind es bislang laut Wolfgang Heyder: Der irische Musiker Rea Garvey und die "Erste Allgemeine Verunsicherung" waren stark nachgefragt: "Spätestens in 14 Tagen sind beide ausverkauft." Dazu kommt der für seichten Pop bekannte deutsche Sänger Wincent Weiss: Etwa 80 Prozent der Karten seien verkauft - weil der Künstler demnächst seine neue CD herausbringen werde, rechnet Heyder ebenfalls bald mit "ausverkauft".

Bei unbestuhlten Konzerten finden bis zu 4500 Besucher vor der Bühne in der Schlossanlage Platz, bei bestuhlten sind es "etwa 2200", sagt Gaby Heyder. Unbestuhlt ist freilich auch der Auftritt der Rocklegenden von Status Quo, allerdings rechnen die Veranstalter hier mit 2000 bis 3000 Besuchern, das ist aber laut Wolfgang Heyder "wie erwartet". Die Altrocker seien auch ohne den 2016 verstorbenen Gitarristen Rick Parfitt noch in Topform und als Band beeindruckend.

Etwas schleppender sei der Vorverkauf bei Konstantin Wecker angelaufen, Heyder erwähnt dabei, dass Wecker nun nicht mehr bei "Lieder auf Banz" dabei ist, "so ganz haben es ihm seine Fans in Banz nicht verziehen", überlegt er, aber Wecker werde sicher noch im Schlussspurt einige Konzertgänger anlocken.

Ein Programmpunkt lässt den Veranstalter dann doch ein wenig die Stirn runzeln. "Persönlich bin ich schon etwas enttäuscht, was Angelo Kelly betrifft." Und das ausdrücklich nicht auf den Künstler bezogen, denn seine "Irish Summer Tour" sei wirklich hörens - und sehenswert, davon habe er sich selbst überzeugt. Jedoch der Vorverkauf sei ernüchternd.

Wer derweilen noch Karten auch für dann womöglich ausverkaufte Konzerte in Eyrichshof gewinnen will, hat bei einer anderen Rotenhan-Veranstaltung die Möglichkeit dazu: Gartenfest-Besucher (8. bis 10. Juni) können dort am Stand des Veranstaltungsservices Bamberg vergünstigt Karten erwerben und an einem Gewinnspiel teilnehmen.