Er hat Generationen von Schülern in Hannberg geprägt. Der ehemalige Rektor Robert Noppenberger begeht heute seinen 90. Geburtstag.
Robert Noppenberger ist genauso wie sein Bruder Franz in eine Lehrerfamilie hineingeboren worden. Der Vater Jakob Noppenberger stammte aus dem Gasthaus Noppenberger in Untermembach und war von 1919 bis 1934 Lehrer in Kupferberg, wo auch sein Sohn Robert geboren wurde. In Niederndorf wirkte der Vater von 1934 bis 1937 und wurde nach der Entlassung der Maria-Ward-Schwestern aus dem Schuldienst im Jahr 1937 nach Herzogenaurach versetzt, wo er als Lehrer an der Mädchenschule wirkte. Seine beiden Söhne Robert und Franz folgten ihm im Lehrerberuf nach.
Nach dem Besuch der Oberrealschule in Erlangen war Robert Noppenberger von 1943 bis 1944 Luftwaffenhelfer in Nürnberg. Danach folgte der Einsatz beim Reichsarbeitsdienst in Klagenfurt. Anschließend war er beim Luftnachrichtenregiment in Berlin, wo er auch an der Verschlüsselungsmaschine Enigma geschult wurde. Gegen Kriegsende war er in Bad Kissingen und in München. Nach dem Kriegsende schlug er sich nach Herzogenaurach durch. Seine Lehrerausbildung erhielt er in Bamberg von 1946 bis 1947. Von 1947 bis 1950 war er als Lehrer in Herzogenaurach, wo er auch seine zweite Lehramtsprüfung ablegte.
An seinen ersten Schultag kann er sich noch genau erinnern, er hatte eine fünfte Klasse mit 68 Schülern zu unterrichten. Das Klassenzimmer lag im Schlossgebäude. Zu seinen Schülern gehörte etwa Joe Zenger, aber auch Konrad Wegner aus Hauptendorf. Noppenberger erkannte das Talent von Wegner und konnte die Eltern überreden, ihren Sohn auf eine weiterführende Schule zu schicken. Wegner besuchte ein Jahr das humanistische Gymnasium in Erlangen und dann das Priesterseminar in Bamberg. Nach seiner Priesterweihe war er Lehrer in Nürnberg und baute die Pfarrei St. Kunigund in Eltersdorf auf. Noppenberger ist auch heute noch stolz darauf, das Talent von Wegner erkannt und ihm seinen Berufsweg gebahnt zu haben.


Der jüngste Hauptlehrer

Quasi im Tausch mit seinem Bruder Franz kam Noppenberger nach Hannberg. Der erste Schultag war Freitag, 13. Oktober 1950, zu unterrichten hatte er eine 4./5. Klasse. Auch seine spätere Frau, Hildegard Stöhr, war Lehrerin, allerdings in Großenseebach. Ab 1959 war Noppenberger Schulleiter in Hannberg und mit 32 Jahren der jüngste Hauptlehrer in ganz Oberfranken überhaupt.
Zum Schulverband Hannberg gehörten zehn Ortschaften, die Gemeinde Hannberg mit den Dörfern Hannberg, Niederlin-dach, Klebheim, Dannberg und Röhrach, die Gemeinde Heßdorf mit den Ortschaften Ober-, Mittel- und Untermembach sowie die Gemeinde Hesselberg. Eigene Schulhäuser gab es in Großenseebach und in Großdechsendorf. Noppenberger gelang es, beim Bayerischen Landtag durchzusetzen, dass der Schulverband Hannberg nicht aufgelöst wurde und Hannberg der Schulstandort blieb. In seinen gut 29 Jahren als Schulleiter war es sein Ziel, den Schulsprengel der ehemaligen Pfarrei Hannberg wieder zusammenzuführen.
In Hannberg galt es einiges zu organisieren, mit einem eigenen Bus mit Fahrer wollten täglich 450 Schüler aus den Ortschaften zum Unterricht nach Hannberg geholt werden, die an mehreren Schulhäusern unterrichtet wurden. Erst im Jahr 1979 war das Schulhaus so erweitert, dass alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam in einem Gebäude unterrichtet werden konnten. Mit Ablauf des Schuljahres 1987/1988 wurde Robert Noppenberger in den Ruhestand versetzt.
Da er weiterhin in Hannberg wohnen blieb, war er Hannberg weiter verbunden. Im Jubiläumsjahr 2015 verfasste er für die Festschrift Beiträge zum Hannberger Gnadenbild und zur Schulgeschichte. Seinen 90. Geburtstag verbringt Noppenberger im Kreis der Familie und ist daher an seinem Ehrentag nicht daheim zu erreichen.