Das Coburger Aktionsbündnis "Keine Abschiebung in Krisengebiete" ruft zu einer Kundgebung gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung auf. Ein Vortrag und ein Dokumentarfilm sollen der Aufklärung dienen.
Vor rund drei Wochen hat sich das Coburger Aktionsbündnisses "Keine Abschiebung in Krisengebiete" gegründet und will nun mit einem Anliegen an die Öffentlichkeit und in die Offensive gehen, das ihm unter den Nägeln brennt. "Wir wollen die Leute für das Thema Abschiebung sensibilisieren", sagt Ruth Schulz, die in der Asylbewerberunterkunft in der Uferstraße Flüchtlinge betreut.


Kundgebung am Samstag

Deshalb ruft das Bündnis am Samstag, 18. März, zur Teilnahme an einer Kundgebung auf dem Marktplatz auf. Sie beginnt um 15 Uhr mit einem Flashmob. Danach wird es mehrere Gesprächsrunden geben, in denen sowohl von Abschiebung Betroffene als auch Ehrenamtliche, die sich in der Flüchtlingsbetreuung engagieren, zu Wort kommen werden.
Auch die Pflegeeltern von Atiqullah Akbari, einem jungen Afghanen, der erst kürzlich abgeschoben wurde und über dessen Schicksal in Kabul das Politmagazin "Monitor" in der zurückliegenden Woche berichtet hat, werden da sein. Hans-Karl Kaufner von der Kirchenverwaltung der Gemeinde St. Augustin kann aus eigener Erfahrung erzählen, wie Anhörungen von Betroffenen ablaufen. Ihm ist es außerdem ein Anliegen darzustellen, was Ehrenamtliche in diesen Zeiten in der Betreuung von Geflüchteten leisten.


Moderierte Gesprächsrunden

Die Gesprächsrunden moderiert Thomas Apfel von Radio Eins. Nach der Kundgebung soll es eine Menschenkette geben - quasi als Zeichen gegen ein Gefühl der Machtlosigkeit.
Bereits von 12 Uhr an gibt es an Infoständen in der Spitalgasse Informationen zur Sicherheitslage in Afghanistan und zur Kritik von ehrenamtlich Engagierten und aus der Wirtschaft an der Abschiebepraxis. Außerdem wird eine Petition ausliegen, die unterschrieben werden kann.
Unter dem Titel "Entgleist am Hindukush: Fluchtursachen in Afghanistan" hält am Freitag, 17. März, um 18 Uhr Andreas Wilde, Dozent der Iranistik an der Universität Bamberg, im "dialog" in der Metzgergasse 13 einen Vortrag zu Fluchtursachen. Er will damit über die Lebensrealität der Menschen in Afghanistan und den umliegenden Ländern aufklären und einen Einblick in die politische und soziale Situation der Region geben. Im Anschluss an den Vortrag beantwortet Andreas Wilde Fragen aus dem Publikum.
Im Zentrum Alternative Kultur Coburg (ZAKC) in der Hinteren Kreuzgasse 3 wird am Montag, 20. März, um 20 Uhr eine preisgekrönte Dokumentation in englischer Sprache gezeigt. Darin begleiten die Filmemacher einen jungen Mann in Afghanistan über zehn Jahre.


Das ist erst ein Anfang

Dem Aktionsbündnis "Keine Abschiebung in Krisengebiete" gehören neben Geflüchteten verschiedene Coburger Initiativen und Organisationen an, zum Beispiel der Verein Alternative Kultur, Kochen für Weltbürger, die Hochschulgruppe "Leuchtturm" oder auch der Verein "Schmetterlingseffekt". Vertreter der Kirchen, der SPD, der Grünen und Linken sowie der Gewerkschaften engagieren sich im Bündnis "Keine Abschiebung in Krisengebiete". Und die drei bevorstehenden Aktionen sollen nicht die letzten sein. ren