von unserer Mitarbeiterin Janina Reuter

Ebern — Am Eberner Wohnmobilstellplatz war am Freitag zum ökumenischen Bikergottesdienst wieder viel los. Dieser wurde von der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde zusammen mit der VHS Ebern veranstaltet.
Egal ob mit Motorrad, Roller, Mofa, Fahrrad, Auto oder zu Fuß - viele Gläubige waren bei strahlendem Sonnenschein gekommen, um gemeinsam den Gottesdienst zu feiern. Gestaltet wurde dieser vom evangelischen Pfarrer Bernd Grosser, vom katholischen Stadtpfarrer Rudolf Theiler und vom ehemaligen Fischbacher Pfarrer Gerhard Göller. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Band "Gemeinsam unterwegs".
Wie Pfarrer Theiler sagte, steht Motorradfahren für Freiheit, Sommer und Natur, man ist mobil, kann sich fortbewegen und dort stoppen, wo es einen gut gefällt, man kann über sich selbst nachdenken und hat auch die Möglichkeit, mit Gott ins Gespräch zu kommen, was man auch bei diesem Gottesdienst wolle.
Das Motto des Gottesdienstes lautete "Gemeinsam unterwegs". Zum einen sind Biker oft gemeinsam auf Touren unterwegs. Das Motto wurde jedoch auch mit einem Bibeltext aus dem Markusevangelium in Verbindung gebracht, wo Jesus zwei seiner Jünger gemeinsam durchs Land schickt, um Leute zu heilen und Geister auszutreiben.
Diese Bibelstelle wurde mit Motorradtouren verglichen, wie sie zum Beispiel von der VHS Ebern angeboten werden. Dabei plauderten Fahrer aus dem Nähkästchen und berichteten von ihren gemeinsamen Touren. Beim Evangeliumstext ist demnach die Motivation die Verkündung des Evangeliums. Bei den Bikern seien Gemeinschaft, Ziele und Spaß die Motivation. Die Jünger Jesu sind paarweise losgezogen. Das Biker-Rudel besteht oft aus mehreren Personen und es müssen alle beisammen bleiben. Die Jünger durften kein Gepäck mitnehmen. Bei Motorradtouren ist das schon anders. "Bei uns sind immer eine Brotzeit und eine Flasche Wasser mit dabei. Wenn wir dann einen schönen Fleck in der Natur finden, halten wir an und machen Brotzeit", erklärt das Ehepaar Ruhammer. Die Jünger Jesu haben Erfahrungen gesammelt. Auch die Motorradfahrer machen Erfahrungen. Schön sei es zum Beispiel, dass man fremde Leute trifft, mit denen man ins Gespräch kommt.
Im Anschluss segnete Theiler die Motorräder. In den Fürbitten wurde für schöne Augenblicke auf Touren gedankt, an tödlich verunglückte und verletzte Motorradfahrer gedacht und für Rücksicht, Vorsicht und sichere Fahrten gebetet.
"So ein Gottesdienst ist einfach mal was anderes, unter freiem Himmel, mit Musik und natürlich sind wir auch hier um zu beten, damit nichts passiert", zog Norbert Meissner dann Bilanz. "Der Bikergottesdienst ist einfach etwas Besonderes. Leider gibt es so etwas hier in der Ecke nicht öfter. Auch das Segnen der Motorräder gehört für uns dazu", erzählen die Biker Hiltrud und Max. "Man trifft Kumpels und denkt vor allem auch mal wieder über seine Fahrweise nach, nimmt sich vor, auf der Heimfahrt mal langsamer zu machen, und betet auch, damit nichts passiert", sagen Peter Jakob und Christian Rössner.