Der Umgang mit den Bebauungsplänen stand einmal mehr in der Diskussion bei der Gemeinderatssitzung von Obertrubach. Bürgermeister Markus Grüner (CSU) hatte zur zweiten Änderung des Flächennutzungsplans im Gemeindeteil Hundsdorf Ingrid Saal vom Planungsbüro Regiopol aus Voigendorf eingeladen.
Zunächst ging es um die Ausweisung einer Sonderfläche "Pferde und Reiten" des Familienhotels "Friedrichshof" mit der Würdigung der Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange. Saal erläuterte die einzelnen Kommentare.
Der Gemeinderat stimmte anschließend nach Abwägung aller Argumente einvernehmlich dem Vorhaben zu. Gleichzeitig nutzte der Rat die Gelegenheit, die Möglichkeit einer Aktualisierung von drei Bebauungsplänen mit Ingrid Saal als Sachverständige zu diskutieren. Ständige Änderungen und Abweichungen bei Bauanträgen wie bei Fenstern, Dachneigungen oder Kniestöcken stellen für viele Gemeindevertreter offenbar ein Problem dar.


Kosten im vierstelligen Bereich

Die aktuellen Bebauungspläne wurden schon in den 1990er Jahren aufgestellt. Dies ist für einige Anlass, über eine Aktualisierung nachdenken. Sechs von neun Bebauungsplänen sind mehr oder weniger abgewickelt und komplett bebaut. "Brunnacker" in Obertrubach, "Pottensteiner Weg" in Bärnfels sowie "Anger" in Geschwand könnten jedoch nochmals aktualisiert werden.
Diese Änderungen würden einen Bearbeitungsaufwand zwischen sechs und zwölf Monate beanspruchen und Kosten im hohen vierstelligen Bereich verursachen. Bleibt freilich die Frage, ob anschließend keine Änderungen bei Bauvorhaben mehr anstehen würden. Das Thema will der Gemeinderat nun weiter verfolgen.
Als problematisch beurteilt der Rat die mögliche Errichtung eines Getreidehochsilos und einer Wiegeeinrichtung auf dem Grundstück Flur Nr. 251 sowie einer Biogasanlage mit Gärbehälter.
Dazu kämen zwei Fahrsilos und ein Generatorengebäude auf dem Grundstück Nr. 306 und 306/2, Gemarkung Wolfsberg in Hundsdorf. Der betreffende Unternehmer wollte zunächst nur die Meinung des Gemeinderates einholen. Alle im Rat waren sich einig, dass Schritte zur erneuerbaren Energie begrüßenswert sind und auch die bäuerliche Landwirtschaft zu fördern ist.
Bürgermeister Grüner wies aber schon jetzt auf die "zu geringen Abstandsflächen" hin. Unter 200 bis 300 Meter Abstand von der Siedlung gebe es auch seitens des Landratsamtes keine Aussicht auf Erfolg. Generell sei die Anfrage zu allgemein hinsichtlich der möglichen Auslegung und Dimension. Die Obertrubacher Gemeindevertreter sahen sich daher nicht in der Lage, eine weitere Stellungnahme abzugeben.
Nicht so schnell wie erhofft geht es bei der Dorferneuerung in Wolfsberg voran. Die Bewohner möchten künftig wieder eine Glocke im Ort läuten hören. Diese Maßnahme stand bei den Vorgesprächen auf den hinteren Plätzen und war deshalb nicht mehr in der Planung berücksichtigt worden.


Elektronische Messung

Geschäftsführer Ulrich Meierhöfer ging kurz auf mögliche Änderung der gemeindlichen Wasserabgabesatzung ein. Demnach wäre es möglich, künftig mechanische Wasseruhren durch elektronische Messung zu ersetzen. Damit würde das Ablesen in den Häusern hinfällig. Die Erfassung soll präziser sein. Sie erlaubt weitergehende Auswertungen zum Wasserverbrauch. Hier kommt aber auch der Datenschutz ins Spiel. Mechanische Wasseruhren sind alle sechs Jahre auszutauschen, elektronische mit Funkübermittlung hätten eine längere Laufzeit. Allerdings würden sie statt 40 rund 80 Euro in der Anschaffung kosten.
Der Gemeinderat kam überein, die Satzung so zu ergänzen, dass einer elektronischen Ausstattung, wie sie auch der Gemeindetag empfiehlt, nichts mehr im Wege steht. Eine Installation würde aber erst nach Einwilligung des Gemeinderates erfolgen können.