Bei der Vorstellung des Haushaltes für 2022 wartete Bürgermeister Franz Uome mit zwei guten Nachrichten auf, denn trotz erheblicher Investitionen in einer Größenordnung von rund 8,5 Millionen Euro sind auch in diesem Haushalt keine Kreditaufnahmen geplant. Das heißt, dass der Marktgemeinderat seit 2014 zum neunten Mal einen Haushalt verabschiedet, der ohne eine Neuverschuldung auskommt und es sind auch keine Steuererhöhungen geplant.

Der Haushalt der Marktgemeinde Marktleugast für 2022 wurde vom Marktgemeinderat einstimmig verabschiedet. Das Haushaltsvolumen beträgt insgesamt 12.240.400 Euro und ist damit um knapp 1 Million Euro größer als im Vorjahr. Während der Verwaltungshaushalt 2022 in Einnahmen und Ausgaben mit 6.587.350 Euro abschließt, hat der Vermögenshaushalt ein Volumen von 5.653.050 Euro. Die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt beläuft sich auf 823.500 Euro und abzüglich der Ausgaben für die ordentliche Tilgung in Höhe von 106.750 Euro, beträgt das bereinigte Ergebnis der Zuführung 716.750 Euro.

In seiner Haushaltsrede verwies Bürgermeister Franz Uome (CSU) auf die derzeit außergewöhnliche Situation mit der nach wie vor anhaltenden Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine: "Unsere Herausforderungen in den nächsten Monaten sind daher nicht unbedingt leichter geworden. Im Gegenteil, jeder Einzelne von uns wird die wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen dieser schweren Krise noch merklich zu spüren bekommen."

Und auch deshalb hielt Bürgermeister Franz Uome die Entscheidung im Jahr 2014 für enorm wichtig, den Weg der Haushaltskonsolidierung einzuschlagen: "Der Markt Marktleugast hat sich seitdem finanziell gut entwickelt und kann trotz aller negativen, wirtschaftlichen Prognosen weiterhin positiv in seine Zukunft blicken." Nicht unerwähnt ließ das Gemeindeoberhaupt in diesem Zusammenhang die Stabilisierungshilfen des Freistaates Bayern von bislang knapp 2,9 Millionen Euro.

Dass der Markt Marktleugast für seine Neuinvestitionen im Zuge von staatlichen Förderprogrammen immer wieder seine finanzielle Leistungsfähigkeit nachweisen konnte, spricht für die Kommune, so Bürgermeister Franz Uome: "Wir haben in den vergangenen acht Jahren kräftig in Infrastrukturmaßnahmen in allen unseren Ortsteilen investiert und wollen dies auch in den kommenden Jahren weiter tun. Wir gehen als Kommune mit gutem Beispiel voran und das sehe ich als das richtige Signal für unsere Bürgerinnen und Bürger an. Wir haben bisher viel erreicht und das ist sichtbar, auch über unsere Gemeindegrenzen hinaus. Mit der Umsetzung von zwei großen Baumaßnahmen wollen wir weiter in eine gute Zukunft investieren." Damit verwies der Bürgermeister auf das Pilger- und Begegnungszentrum in Marienweiher und das Begegnungszentrum mit Arztpraxis in Marktleugast.

Bürgermeister Franz Uome bedauerte, dass sich an der demografischen Entwicklung im Vergleich zu den Vorjahren nur sehr wenig verändert hat: "Wir sind weiterhin weit davon entfernt, diesen allgemeinen Negativtrend in Nordbayern auszugleichen. Das wird uns in den nächsten Jahren auch nicht so leicht gelingen. Was mich aber positiv in die Zukunft blicken lässt, ist, dass die Bevölkerungszahl relativ stabil bleibt und sich wieder vermehrt junge Familien in unserer Heimatgemeinde niederlassen."

Die Steuerkraft für den Markt Marktleugast bezifferte Bürgermeister Uome auf 577,25 Euro je Einwohner. Das bedeutet einen minimalen Rückgang von 0,96 Prozent zum Vorjahr. Der landesweite Durchschnitt der Gemeindegrößenklasse 3000 bis 5000 Einwohner beträgt 1122 Euro je Einwohner und somit liegt Marktleugast um 51,43 Prozent unter dem Landesdurchschnitt.

Bürgermeister Franz Uome sprach auch die rege Bautätigkeit der vergangenen Jahre an und mittlerweile sind fast alle verfügbaren Parzellen im Baugebiet "Höhenweg" verkauft beziehungsweise reserviert. In Planung ist ein neues Baugebiet mit bis zu 15 Bauplätzen oberhalb der Prof.-Rucker-Straße.

Dass der Markt Marktleugast in das Bundesprogramm SJK - Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur - aufgenommen wurde, vermerkte Bürgermeister Uome mit Freude: "Mit diesen Mitteln kann unsere Dreifachsporthalle saniert werden. Die Maßnahme mit Kosten von knapp 1 Million Euro wird mit 751 500 Euro gefördert. Uome dankte dabei besonders der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner für ihre Unterstützung.

Ärztliche Versorgung wird gesichert

Für die Begegnungsstätte mit Arztstelle werden im Haushalt 2022 voraussichtlich 1,8 Millionen Euro und in 2023 weitere 324 000 Euro anfallen. Hier plant die Marktgemeinde mit Zuschüssen von knapp 1,5 Millionen Euro. Bürgermeister Franz Uome: "Mit der neuen Arztpraxis, die von Dr. Natascha von Schau und Dr. Carola Klein später übernommen wird, schaffen wir ein Zukunftsprojekt, welches die ärztliche Versorgung für die nächsten Jahrzehnte in unserer Marktgemeinde sicherstellt." Auch das zweite große Bauprojekt nimmt weiter Gestalt an, das Pilger- und Begegnungszentrum in Marienweiher.