Die Bayernwerk Natur GmbH hat zusammen mit der Gemeinde Redwitz ein neues Wärmekonzept für die Albert-Blankertz-Schule und das Freibad umgesetzt. Die Beheizung der Schule erfolgte bisher über zwei konventionelle Erdgaskessel. Das Beckenwasser des Freibades wurde über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe temperiert. Um die Energieversorgung der beiden Anlagen ökonomisch miteinander zu verknüpfen, schlug die Bayernwerk Natur ein neues, modernes Konzept vor und errichtete in der Schule ein Blockheizkraftwerk (BHKW), welches auf Erdgasbasis gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Zudem wurde eine 150 Meter lange Fernwärmeleitung von der Schule zum Freibad verlegt. So kann die Heizzentrale der Schule und vor allem das Blockheizkraftwerk, das sonst im Sommer stillsteht, während dieser Monate sinnvoll für die Beheizung des Freibades eingesetzt werden.
Der Wärmebedarf der beiden Einrichtungen von insgesamt 800 000 Kilowattstunden pro Jahr kann zu 25 Prozent durch das Blockheizkraftwerk abgedeckt werden. Der Rest wird über die vorhandenen zwei Erdgaskessel sichergestellt. Der nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig erzeugte Strom deckt einen Großteil des Strombedarfs der Schule in Höhe von 80 000 Kilowattstunden pro Jahr. Darüber hinaus produzierte Strommengen werden in das Netz der Bayernwerk AG eingespeist. Das Tochterunternehmen der Bayernwerk AG investierte für die Maßnahme 225 000 Euro.


Die Vorteile einer Biogasanlage

Landwirt Harald Schilling betreibt eine Biogasanlage. Diese ist unabhängig von Sonne und Wind und kann immer Strom erzeugen. Gleichzeitig ist Biogas speicherbar und kann abgerufen werden, wenn der Strom benötigt wird - dies sei einer der größten Vorteile von Biogas gegenüber anderen erneuerbaren Energien wie etwa Windkraft und Photovoltaik.
Die im Fermenter, oder dem Bioreaktor, befindlichen Bakterien wandeln die Biomasse zu Biogas und dem Gärprodukt, auch Substrat genannt, um. Damit dieser Prozess funktioniert, muss die Biomasse im Fermenter, in den circa 750 Kubikmeter Substrat passen, auf 40 Grad Celsius aufgeheizt werden und ständig mit zwei Rührwerken in Bewegung bleiben. Der Fermenter, ein kuppelförmiges Gebilde, besteht aus Edelstahl und hat ein Doppelmembrandach, in dem das Gas gespeichert wird.
Für die Fütterung des Fermenters werden pro Tag etwa 7000 Kilogramm Biomasse benötigt. Daraus entstehen rund 1700 Kubikmeter Biogas pro Tag. Zugeführt werden dürfen nur nachwachsende Rohstoffe. Ungefähr 50 Tage bleibt die zugefütterte Biomasse im Fermenter und ist nach diesem Gärprozess in etwa so flüssig wie Rindergülle. Die vergorene Biomasse sei nahezu geruchsneutral und darüber hinaus besser verfügbar für die Pflanzen. Zudem erspare sie dem Landwirt und der Umwelt teure und energieintensiv erzeugte Mineraldünger.
Das Biogas auf dem Betrieb der Familie Schilling wird gleichzeitig zur Strom- und Wärmeproduktion durch ein BHKW genutzt. Aktuell erzeugt das BHKW stündlich 150 Kilowatt elektrische und 220 Kilowatt thermische Energie. Vom Maschinenraum, in dem das Gas verdichtet und in einem Motor verbrannt wird, werden mit der entstehenden Motorabwärme sechs Häuser in der Nachbarschaft über Fernwärmeleitungen beheizt und mit Warmwasser versorgt.


Strom für 250 Haushalte

Die mechanische Leistung wird mit einem Generator in Strom umgewandelt und ins Stromnetz eingespeist. Dieser erzeugte Strom ist ausreichend für circa 250 Haushalte. Das Restprodukt aus dem Fermenter wird als hochwertiger Dünger auf den landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht. Pro Jahr sind dies ungefähr 4000 Kubikmeter.
Schilling weiß um den Vorteil, den er als Landwirt und Betreiber einer Biogasanlage hat. In seinem Stall stehen etwa 60 Rinder. Er betreibt Ackerbau mit verschiedenen Getreidesorten, vor allem aber Mais. Die Gülle stammt aus seinem Kuhstall. Die Mais- und Grassilage, die er für die Fütterung der Biogasanlage benötigt, ist dasselbe Futter wie für die Rinder und ist in den Silos auf dem Betrieb gelagert.
Rückblickend ist Harald Schilling zufrieden, den "Sprung" gewagt zu haben und einer der ersten Landwirte im Landkreis gewesen zu sein, der eine Biogasanlage gebaut hat. Der Getreideanbau sei nicht mehr kostendeckend gewesen. Mit der Anlage hat er nun eine zusätzliche Einnahmequelle.