Marktbreit
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Besondere Gesten zu Ehren der Wehr

Bei den Marktbreiter Floriansjüngern stand und steht der Mensch im Mittelpunkt - Auszeichnung für Gerald Panzer
Die Geehrten der Freiwilligen Feuerwehr Marktbreit.  Fotos: Robert Haass
Die Geehrten der Freiwilligen Feuerwehr Marktbreit. Fotos: Robert Haass
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Marktbreit. Man mag es kaum glauben: Als Anfang der 1860er Jahre Marktbreit an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, gab es in der Stadt am Main noch keine Feuerwehr. Aber schon kurz darauf, 1865, wurde von Handwerkern und Kaufleuten der Stadt eine "Feuerlöschmannschaft" gegründet - und am Samstag feierte diese nun ihr 150-jähriges Jubiläum.
Es war der aufkeimende Bürgersinn, der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Gründung von Vereinen führte. 1841 gab es die erste Feuerwehr Deutschlands in Meißen und nur 24 Jahre später dann auch eine in Marktbreit. 31 Bürger, davon die Hälfte Junggesellen, schlossen sich zu einer Feuerlöschmannschaft zusammen und wenige Monate später erließ der Magistrat der Stadt eine entsprechende Satzung und sicherte zu, die Truppe im Laufe der Zeit entsprechend auszurüsten.
So gab der Vorsitzende Jürgen Poppner am Ehrenabend einen Einblick in die Geschichte der Marktbreiter Wehr, von der Gründung bis heute. Es ist natürlich auch die Geschichte der Stadt und des Landes. Zwischendurch, etwa 1927, hatte die Feuerwehr eine Stärke von über 150 Mann. Kurz darauf mussten jüdische Mitbürger die Feuerwehr verlassen. 1943 wurden Feuerwehrler auch am Gewehr ausgebildet und leisteten Hilfe nach Bombenangriffen in Würzburg und Schweinfurt.
Nach dem Krieg folgte die Modernisierung der Wehr mit Atemschutz und Einstufung als Stützpunktwehr, deren Aufgaben mit dem Bau der A7 weiter wuchs. Heute hat die Marktbreiter Wehr bis zu 70 Einsätze im Jahr.
Immer im Mittelpunkt stand aber der Mensch und wichtig auch das gesellschaftliche Leben. So gab es ab 1957 einen Spielmannszug, wurden viele Feuerwehrfeste besucht - und auch selbst veranstaltet. Heute ist die Wehr aus dem gesellschaftlichen Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken.
Das machte Charlotte Dienesch, die Vorsitzende des Marktbreiter Hockeyclubs und Sprecherin der Marktbreiter Vereine, an diesem Abend deutlich: Die Feuerwehr ist einerseits ein Verein, wie alle anderen auch. Es ist aber auch ein Verein, der allen anderen schon geholfen hat. Und insgesamt 14 städtische Vereine sagten dafür Danke. Lob und Dank für die Arbeit der Marktbreiter Wehr gab es auch von Landrätin Tamara Bischof, Bürgermeister Herbert Biebelriether, Kreisbrandrat Roland Eckert und weiteren Rendern.
Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen und hier besonders die Auszeichnung für den Ehrenkommandanten Gerald Panzer: Der wurde nicht nur für 40 Jahre aktiven Dienst ausgezeichnet; aus den Händen von Eckert erhielt er zudem die zweithöchste Auszeichnung des Landesfeuerwehrverbands, das Feuerwehrehrenkreuz in Silber. Wie sehr das Helfen im Mittelpunkt der Vereinsarbeit der Marktbreiter Feuerwehr steht, zeigten zwei Gesten: Zum einen übergab der Verein vier Kohlenmonoxydwarner an die aktive Wehr. Zum anderen spendet der Verein die Geldgeschenke des Abends an den gemeinnützigen Verein Paulinchen, einer Hilfsorganisation für brandverletzte Kinder. Eine erste Zwischenbilanz erbrachte 1800 Euro, die vom Verein noch aufgerundet werden werden. roh