von unserem Mitarbeiter Andreas Welz

Marktzeuln — Rund 1000 Euro ohne Mehrwertsteuer zahlt ein Hauseigentümer für sein nicht unterkellertes Einfamilienhaus mit 175 Quadratmetern Wohnfläche und 750 Quadratmetern Grundstücksfläche für die neue Wasserversorgung in Marktzeuln. Das gab Geschäftsstellenleiter Manfred Schütz bei der Gemeinderatssitzung am Montag bekannt. Nach diesem Beispiel könnten sich Hauseigentümer selbst die Kosten errechnen, die in den nächsten Monaten auf sie zukommen.
Das Gremium beschloss einstimmig einen Neuerlass der Satzung für die öffentliche Wasserversorgungseinrichtung.
Ebenso wurde die neue Beitrags- und Gebührensatzung beschlossen. Durch die Verbesserung und Erneuerung der Wasserversorgung mit dem Anschluss an das Fernwassernetz FWO sei die Marktgemeinde auch für die Zukunft gerüstet. Bürgermeister Gregor Friedlein Zech ging davon aus, dass die neue Verbindungsleitung von Marktzeuln nach Zettlitz noch in diesem Jahr fertig ist. In der zweiten Oktoberhälfte werde die Leitung im Spülbohrverfahren unter der Rodach verlegt. Der Anschluss von Horb an das Fernwassernetz sei von der Baufirma bis zum 30. Juni 2016 zugesagt. Bei mildem und trockenem Wetter könne dies auch früher erfolgen.
Das Landratsamt hatte im Juli 2012 ein Sanierungskonzept für die Trinkwasseranlagen in Oberreuth und Horb gefordert, da viele gravierende Mängel festgestellt wurden. Das Ingenieurbüro Kittner und Weber aus Sonnefeld präsentierte drei Lösungsmöglichkeiten. Die Sanierung der vorhandenen Anlagen lehnte der Gemeinderat ab, da nicht alle Mängel beseitigt werden könnten. Die Variante B mit dem Neubau von Hochbehältern mit Kosten von rund zwei Millionen Euro wurde bei einer Bürgerversammlung 2014 abgelehnt und der Variante C, FWO-Anschluss, den Vorzug gegeben. Der Gemeinderat folgte dem Votum der Bevölkerung.
Ursprünglich wurden die Kosten der jetzt realisierten Variante C auf 500 000 Euro geschätzt. Die Prognose wurde auf 1,2 Millionen deutlich erhöht, da die ursprüngliche Planung, die Leitung an die Rodachbrücke anzuhängen, vom Staatlichen Bauamt Bamberg nicht empfohlen wurde. Bei einer Brückensanierung der Staatsstraße 2191 hätte die Leitung auf Gemeindekosten verlegt werden müssen. Daher hatte sich der Gemeinderat für die zukunftsfähige Querung der Rodach unter dem Flussbett entschieden.
Zusatzkosten in Höhe von 330 000 Euro werden auch durch eine neue Leitung von Zettlitz nach Horb entstehen. Hier wurde festgestellt, dass die 65 Jahre alte Graugussleitung nicht den Anforderungen an den Feuerschutz genügt und darüber hinaus die Gefahr von Leckagen steigt. Zur Wasserversorgung hat die Gemeinde ein Mitteilungsblatt gedruckt, das in dieser Woche den Haushalten zugestellt wird. Am 26. Oktober findet um 19 Uhr eine Bürgerversammlung im Jugendheim statt.
Bürgermeister Friedlein-Zech teilte mit, dass die Haushaltssatzung 2015 rechtsaufsichtlich vom Landratsamt genehmigt wurde. Der Gesamtbetrag der Kreditaufnahmen in Höhe von 714 900 Euro sei akzeptiert worden. Allerdings wurde festgesetzt, dass Marktzeuln wegen der angespannten Finanzlage alle Einnahmequellen nutze und Möglichkeiten für Einsparungen ausschöpfe.
Weil nur noch drei Urnengräber auf dem gemeindlichen Friedhof verfügbar sind, beschloss der Gemeinderat, neue Felder dafür auszuweisen. Es handelt sich um die jeweils hin teren, der Hecke zugewandten Reihen. Marktgemeinderat Helmut Kießling (CSU) zeigte Bilder von Stelen an Urnengräbern, die er sich auch für Marktzeuln vorstellen könnte. Bürgermeister Friedlein-Zech sah hierfür keinen Bedarf. Es gebe auch keine Anfragen nach Stelen.