Die Zahlen haben es in sich: Rund 1200 Quadratmeter Wände haben die Eltern in den letzten Wochen gestrichen, rund 600 Umzugskisten mussten gepackt, transportiert und in der neuen Schule ins richtige Stockwerk und den richtigen Klassenraum geschleppt werden. Ein Fahrstuhl wäre da schon hilfreich gewesen, aber den gibt es im alten BBZ am Karlsberg nicht. Doch es hat sich gelohnt. Wenn am Dienstag, 14. September, das neue Schuljahr beginnt, steht für die 180 Schülerinnen und Schüler der Montessorischule Rhön-Grabfeld alles bereit. Mit seinem großzügigen Raumangebot und den riesigen Fluren bietet das alte BBZ Voraussetzungen, die dem Lernkonzept von Montessori sehr entgegen kommen. Und Renate Molzberger vom Montessori-Förderverein Rhön-Saale bekommt etwas, was sie noch nie hatte: ein eigenes Büro.

Ein Kraftakt

Im riesigen Foyer auf einer Sitzgruppe machen es sich Sandra Frischke und Renate Molzberger vom Förderverein gemütlich. Es war zwar ein riesiger Kraftakt, aber es ist so gut wie geschafft. Schon im alten Schuljahr haben die Vorbereitungen begonnen, mit Ferienbeginn ging es richtig los. Die Lehrer packten die Kisten, Eltern und Schüler haben beim Transport geholfen. So sind auch die kleinteiligen Möbel von der alten Schule in Sandberg nach Münnerstadt gekommen. Den Rest hat eine Umzugsfirma erledigt. Nachdem die Lehrerteams ihre Klassenzimmer eingerichtet haben, kann es nun in der neuen Schule losgehen. "Es war eine kleine Gruppe von Eltern, die immer dabei waren und alles selbst organisiert haben", hebt Sandra Frischke hervor. Ohne diese engagierten Eltern wäre es sehr schwer gewesen.

Viel Platz

Den gesamten Komplex hat die Montessorischule zwar nicht benötigt, aber einen großen Teil davon. So steht nun ein großzügiges Schulleiterzimmer, ein Sekretariat und erstmals sogar ein Büro für die Geschäftsleitung zur Verfügung. Die meisten Möbel hat das Team aus Sandberg mitgebracht, in Absprache mit der Stadt kann die Schule aber auch vorhandene Möbel aus dem alten BBZ nutzen. "Es hat einen regen Austausch und eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt gegeben," sagt Renate Molzberger. Bürgermeister Michael Kastl (CSU) und seine Mitarbeiter seien sehr hilfsbereit gewesen. Denn es fielen noch einige Dinge an, die vorher nicht absehbar waren und schnell erledigt werden mussten.

Mit 180 Schülerinnen und Schülern in neun Klassen startet die Montessorischule Rhön-Saale in das neue Schuljahr. "Abmeldungen konnten wir sehr gut kompensieren", sagt Sandra Frischke. Durch den Umzug von Sandberg nach Münnerstadt sei die Anfahrt für manche Schüler so ungünstig geworden, dass ihre Eltern sie abgemeldet haben, sagen die beiden. Auf der anderen Seite hat es Neuanmeldungen aus Münnerstadt und Umgebung gegeben, manchmal sogar mehrere Kinder einer Familie.

Mit dem Bus zur Schule

Die Anfahrt der Kinder ist inzwischen gesichert. Die meisten kommen mit Bussen des ÖPNV von ihren Heimatgemeinden nach Münnerstadt. Zusätzlich hat die Schule zwei Linien angemietet und zwar von Wildflecken und von Mellrichstadt nach Münnerstadt. Für die Lehrkräfte und Mitarbeiter, die mit dem Auto kommen, steht der große Parkplatz bereit. Auch für das Mittagessen, das an der Montessorischule angeboten wird, ist eine Lösung gefunden worden. Ein Caterer liefert das Essen, das die Schüler in zwei großzügigen Speiseräumen im Erdgeschoss einnehmen können. Für Sport und Freizeit können die Montessorischüler die generalsanierte Mehrzweckhalle und die Sportplätze des nahen Sportzentrums mit nutzen.

Der Umzug ist geschafft, am 14. September geht es los (die Erstklässler beginnen erst am 15. September). Allen Beteiligten bleibt nun erst einmal ein wenig Zeit zum Verschnaufen. Zwar planen die Verantwortlichen der Montessorischule den Neubau eines Schulgebäudes, mindestens zwei bis drei Jahre sollen sie nun aber erst einmal in Münnerstadt bleiben.