Miriam Hofmann strahlt übers ganze Gesicht. Die gelernte Altenpflegerin hat jetzt eine Aufgabe so, wie sie sich ihren Beruf eigentlich vorstellt: Mit genügend Zeit für die Leute, um die sie sich kümmert. Genauso hat sich der Diakonieverein Presseck-Grafengehaig ihre Tätigkeit auch gedacht, als er sie als Gemeindeschwester angestellt hat. "Sie wird sich um die Sorgen und Nöte ihrer Betreuten kümmern, oder auch nur ganz einfach ein Ohr für sie haben. Körperliche, pflegerische Leistungen wird sie ausdrücklich nicht übernehmen, keine ,Konkurrenz‘ zum Pflegedienst der Diakonie sein", sagt die Grafengehaiger Pfarrerin Heidrun Hemme, die Vorsitzende des Diakonievereins. Nachdem die Diakonie ihre Station in Presseck aufgegeben hatte und nun von Helmbrechts beziehungsweise Münchberg aus operiert, hatte sich der ursprüngliche Zweck des Vereins erledigt. Eine Station am Ort gab es nicht mehr, die zu stützen wäre. "Damit hätten wir den Verein auch auflösen können. Doch das wollten wir nicht", blickt Hemme zurück. "Unsere Mitglieder haben teils Jahrzehnte nicht nur Beiträge gezahlt, auch in der Hoffnung, dass sie einmal Hilfe bekommen, wenn sie solche brauchen. Sie fühlen sich zudem mit der Idee der Diakonie verbunden, dem Dienst am Menschen und der sozialen Verantwortung zueinander im kirchlichen Rahmen. Das konnten wir doch nicht einfach so streichen." Nun hatte der Diakonieverein durch sparsame Haushaltsführung über die Jahre aber auch ein nicht unbeträchtliches Finanzpolster angespart, das künftig sinnvoll verwendet werden soll. Bei den Überlegungen kristallisierte sich schließlich heraus, die alte Idee der Gemeindeschwester wieder aufleben zu lassen, deren Aufgabe in den Kirchengemeinden darin bestand, sich um Alte und Kranke zu kümmern. Damit will der Verein auch die Lücke schließen, die der Pflegedienst neben der körperlichen Versorgung seiner "Patienten" einfach nicht füllen kann, beziehungsweise, die über die Leistungen der Pflegeversicherung nicht gedeckt sind. Seit Mitte Juni ist Miriam Hofmann im Dienst. In der kurzen Zeit haben sich schon mehrere Kontakte ergeben. "Freilich wurde ich auch schon gefragt, ob ich nicht dies oder das besorgen und bringen könnte", erzählt sie. "Das ist aber nicht vorgesehen. Ich kümmere mich aber darum, ob es nicht jemand gibt, der das gerne erledigt. In jedem Fall werde ich aber immer mit offenen Armen empfangen", sagt Hofmann. "Wir wurden auch schon im Pfarramt angerufen", ergänzt der Zweite Vorsitzende des Diakonievereins, der Pressecker Pfarrer Siegfried Welsch, "ob das mit der neuen Diakonieschwester auch wirklich so ist, denn man hat ja schon gehört, dass da auch Betrüger unterwegs sind." Er findet es gut, wenn sich die Leute rückversichern - "also gerne anrufen und nachfragen. Unsere Schwester erzählt keine Schauergeschichten und sie will auch nichts. Sie ist einfach nur da, wenn und wann sie gebraucht wird". Miriam Hofmann wohnt in Gösmes, das politisch zwar zu Helmbrechts gehört, kirchlich aber zu Grafengehaig. Sie ist im Gebiet des Diakonievereins zwischen Presseck und Grafengehaig unter der Telefonnummer 01520/9286751 erreichbar.