Schwer war die Ernte, als es noch keine großen Maschinen gab. Was heute ein riesiger Mähdrescher in wenigen Minuten erledigt, dauerte vor 100 Jahren mehrere Tage und musste von vielen Händen erledigt werden. Obwohl das Dreschfest heuer nicht stattfinden konnte, hinderte das Georg Pornschlegel von der Dreschgemeinschaft in Absprache mit der Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins, Carmen Bauer, nicht daran, eine historische Getreideernte nachzustellen. Zunächst wurde das Getreide mit der Sense von Georg Pornschlegel und Ludwig Klemens gemäht. Anni Cichy und Irmgard Büttner standen den Männern zur Seite. Es war zur damaligen Zeit nahezu reine Frauenarbeit, das Getreide mit der Sichel zu Garben zusammenzufassen. Gebunden wurde mit Garbenbändern, die meist zu Hunderten in den Spitzböden der Wohnanwesen aufbewahrt wurden. Nachdem das Getreide getrocknet und in den Scheunen gestapelt war, wurde in den Herbst- und Wintermonaten das Korn mit Dreschflegeln mühsam aus den Getreideähren geschlagen. Dreschmaschinen und mechanische Mähmaschinen leiteten den bis heute rasanten technischen Fortschritt bei der Getreideernte ein. Auf dem Bild legen Bea und Hanna Garbenbänder aus. Foto: Nicole Standke/Text: Franz Böhmer