Andreas Lösch

Einen "vernünftigen Informationsaustausch" hatte sich Zeils Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) gewünscht. Am Ende hat das auch geklappt, wenngleich zwischenzeitlich die Gemüter ein wenig erhitzt waren.
So lautete der Konsens: Die Naturschutzpläne, die auf Vorgaben der Europäischen Union für die "dauerhafte Erhaltung des europäischen Naturerbes" beruhen und die auch im Landkreis Haßberge umgesetzt werden sollen, sind durchaus sinnvoll. Nur sollte keiner der Beteiligten dabei "auf der Strecke bleiben" oder sich übergangen fühlen, mahnten die betroffenen Landbewirtschafter bei der Sitzung in Zeil.


Finanzieller Ausgleich

Ermutigende Worte dazu fand Klaus Kaufmann, ein Landwirt aus Stadtlauringen, der die Befürchtungen einiger Landbesitzer und -bewirtschafter, wieder etwas "von oben übergestülpt" zu bekommen, beschwichtigen konnte. Denn durch den sogenannten Vertragsnaturschutz der Bayerischen Staatsregierung werden die Landbewirtschafter für ihren Aufwand, den sie bei der Umsetzung der vereinbarten Naturschutzvorgaben haben, finanziell entschädigt. "Wir in Stadtlauringen haben mit diesen Verträgen bislang nur gute Erfahrungen gemacht."
Bei der "Auftaktveranstaltung zur Managementplanung in den Natura-2000-Gebieten" (so die offizielle Bezeichnung) im Rudolf-Winkler-Haus in Zeil stellten staatliche Behörden ihre Pläne vor. Landbewirtschafter sowie Vertreter der Kommunen im Landkreis Haßberge (in erster Linie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister) waren die Empfänger dieser Informationen. Grob gesagt: Der Plan steht, muss weiter konkretisiert und schließlich umgesetzt werden. Im Landkreis Haßberge geht es um die Gebiete "Haßbergtrauf von Königsberg bis Stadtlauringen", "Haßberg-trauf von Zeil am Main bis Königsberg" und "Maintalhänge zwischen Stettfeld und Zeil".
Zu den Plänen sagte Franz Ludwig Schenk Graf von Stauffenberg aus Kirchlauter: "Man kann wunderbar planen und erklären, aber die Realität schaut anders aus." Robert Lauer von der Naturschutzbehörde im Landratsamt Haßfurt sagte dazu: "Wir sprechen direkt mit den Betroffenen und suchen Kompromisse." Dann würden Verträge geschlossen. Ein Vertrag sei keine Anordnung. Kooperation spiele ebenfalls eine Rolle, denn: Naturschutz sei eine Gemeinschaftsaufgabe.