Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats hatte das Gremium zu entscheiden, wo im Gemeindegebiet Solarparks erlaubt werden sollen und wo nicht. Dass Flächen zwischen Neukirchen und Tremersdorf dabei nicht mehr berücksichtigt werden sollen, erboste Martin Flohrschütz (CSU) so, dass er die Sitzung verließ.

Wenn Zweiter Bürgermeister Martin Rebhan (SPD) nun in einer Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung sagt, dass er, nachdem er "eine Nacht über der Angelegenheit geschlafen" habe, überlegt, Strafantrag wegen übler Nachrede oder Verleumdung zu stellen, dann wegen einer Äußerung von Martin Flohrschütz zu der Entscheidung. Weil die Flächen auf dem Plateau zwischen Neukirchen und Tremersdorf bei dem Beschluss herausgenommen wurden, sprach Martin Flohrschütz von "niederen Beweggründen", die zu dieser Entscheidung bewogen hätten.

Aus seiner Sicht sind die jetzt ausgenommenen Flächen nicht weniger geeignet, um dort eine Freifläche zur Photovoltaik anzulegen. Der Gemeinderat hingegen sieht dort Gründe des Naturschutzes und des Wintersports durch Langlaufloipen gewichtiger.

Der Aufforderung, sich für die unterstellten "niederen Beweggründe" zu entschuldigen kam Martin Flohrschütz nicht nach. Öffentlich diskutieren wolle er den gesamten Vorgang zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht. Er werde aber zu einem geeigneten Zeitpunkt dazu Stellung nehmen.

Wenn er niedere Beweggründe sehe, dann erkläre sich das aus der Historie im Vorfeld der Entscheidung. Seine Forderung sei schlicht eine Gleichbehandlung für alle geeigneten Flächen im Gemeindegebiet.

Martin Rebhan indessen sieht durch die Äußerung "eine rote Linie überschritten". Dass es sich nicht um einen "verbalen Ausrutscher" handele, sei daran zu erkennen, dass Martin Flohrschütz nicht bereit gewesen sei, sich nach Aufforderung dafür zu entschuldigen, ist Rebhan überzeugt. rlu