"Iech wär dann do." Mit diesen Worten begrüßte der Bamberger Liedermacher und Kabarettist am vergangenen Samstag in der Ebermannstadter Stadthalle seine Gäste zu einem Benefizkonzert für den Verein Donum Vitae. "Iech wär dann do" - genauso heißt auch sein aktuelles Soloprogramm, das vom Namen nicht besser gewählt hätte sein können, denn der lyrische Liederkünstler freute sich sehr, dass er wieder da sein konnte - vor Publikum und auf der Bühne. Eigentlich hätte das Benefizkonzert im März am Hasenberg stattfinden sollen. Doch dann kam der Lockdown. "Seitdem sind 40 meiner Konzerte ausgefallen", meinte der Künstler und legte gleich los, begleitet von seiner Akustik-Gitarre: "Ned sparsam sei" - mit Schokolade, Schäuferla, Küssen, Zuversicht, Mut, Komplimenten oder Zärtlichkeit. Denn jedes Leben hat ein Ende und man kann nichts mitnehmen. Der evangelische Pfarrer beschreibt mit Witz, Verständnis und Liebe die fränkische Mentalität, aber auch aktuelle Themen. "Magst noch an Schöpfer Suppn?"

Im Lied "Soch bloß dir schmeckt‘s ned?" beschreibt er zum Beispiel eine typische Situation bei Oma, die einem Jungen erklärt: "Wenn mä jung is, muss mä wachsn, am besten mit am Haxn." Und wenn der Junge nicht mehr kann heißt es: "Ich mach mir an Haufn Arbeit, aber dir schmeckt's ned." Zwischen den Liedern erzählte Buck Geschichten: "Wir Frankn sterbn hautsächlich am Essen - Adibosidas." Und er gab augenzwinkernd wichtige Tipps mit auf den Weg: "Man sollte aufhören, wenn man satt ist. Aber wie willst des machen?"

Erziehung zwecklos

Oder er wies darauf hin, dass man Kinder eigentlich gar nicht zu erziehen brauche, denn sie machen den Erwachsenen eh alles nach. "Kinder könnten Kinder sein, wenn Erwachsene erwachsen wären." Nach einem fränkischen Sprachkurs erklärte Buck, dass sein türkischer Gemüsehändler am besten Fränkisch spricht. Ohne Wertung oder Vorwürfe ging er auf das Thema Flüchtlinge ein. Über die Reiselust der Menschen sang er, dass der Tourist kaputt macht, was er sucht, indem er es findet. Er sang von seinem Zahnarztbesuch, aber auch romantische Lieder über besondere Beziehungen.

Mitsingen gilt als unhygienisch

Etwa 120 Gäste waren in die Stadthalle gekommen, um das Programm von Wolfgang Buck zu genießen. Die Besucher konnten lachen und nachdenken bei gefühlvollen und witzigen Liedern und Geschichten im fränkischen Dialekt. Wegen der Hygieneregeln konnten sie nicht mitsingen, meldeten sich aber doch hin und wieder zu Wort: "Wie klingt es, wenn wir Franken was song?" - "Schön!"

Zugaben

Am Ende musste Buck noch vier weitere Lieder als Zugabe spielen. Für die Gäste war es gut, wieder Kunst genießen zu können. Wobei solche Veranstaltungen noch besser in kleinen Räumlichkeiten wirken. Doch die aktuelle Zeit benötigt neue Konzepte. Vertreterinnen des Vereins Donum Vitae überreichten Wolfgang Buck Geschenke und bedankten sich bei ihm für seine jahrelange Unterstützung.

Margit Steger-Böhnlein, Leiterin der Beratungsstelle, und Sabine Wicklow, Vorsitzende des Fördervereins, hatten sich gefreut, dass die meisten Interessierten ihre Karten im März nicht zurückgegeben hatten und jetzt im September zum Konzert gekommen waren. Sie waren froh, dass die Stadt Ebermannstadt ihnen die Stadthalle zur Verfügung gestellt hatte, denn es mussten die Hygienevorschriften eingehalten werden. Donum Vitae hat eine Außenstelle in Ebermannstadt. Hier finden Menschen Hilfe, wenn sie Beratung in der Schwangerschaft benötigen, bei unerfülltem Kinderwunsch, bei Verlust des Kindes oder Schwangerschaftskonflikten.