Ganz ohne Noten, spontan, ohne Anspruch auf Perfektion - dafür mit spürbarer Liebe zu den Instrumenten. Das zeichnete den Abend aus. Auf den Musikantenstammtisch im "Bräuwerck" hatten nach der langen Corona-Pause viele gewartet und sogar ein bisschen Entzugserscheinungen gezeigt.

Entsprechend groß waren der Zuspruch und der Beifall eines Publikums, das sich unter Lindengrün im Biergarten so richtig wohlfühlte. Es sang mit vor allem bei den Oldies, klatschte im Rhythmus und schwelgte in Erinnerungen. Die 13 Musiker, bunt zusammengewürfelt, kamen aus dem Bayreuther und Kulmbacher Land, initiiert hatte das Treffen Frank Günther aus Neudrossenfeld, ein begeisterter Akkordeonspieler und ein echter Könner.

Es waren schöne Klangwelten, wenn Gitarre und Akkordeon den Ton vorgaben und die Steierische Harmonika, die Konzertina und die Bassgitarre mit einstimmten.

Die Bandbreite der Lieder überwandt den Ozean, reichte bis "Es gibt kein Bier auf Hawaii" und "Santo Domingo", dazwischen Polka und Hopperer oder ein Walzer zum Mittanzen. Als später noch "Profi" Erich Wochele die Ventile seiner Trompete tanzen ließ, machte das den Abend so richtig rund. Der Stimmungspegel stieg ständig, die Musiker wanderten durch die Reihen.

Sie hörten erst auf, als die Sterne schon blinkten. Passend dazu der Song "Der Mond hält seine Wacht". Die Seele berührte man ebenso mit "Bajazzo" aus der gleichnamigen Oper, Eva Zimmermann interpretierte die Themamelodie in guter Stimmlage. hw