Mitgefühl für einen Roboter

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Für ihre Studie nutzten die Wissenschaftler einen menschenähnlichen Roboter. Foto: Liliana Merlin Frevel
Für ihre Studie nutzten die Wissenschaftler einen menschenähnlichen Roboter. Foto: Liliana Merlin Frevel

Ein Roboter arbeitet als Aushilfe in einem Supermarkt. Er bittet die Kunden um Hilfe. Sie sollen ihm die Namen von verschiedenen Produkten nennen, die er zum Üben brauche. Dieses Szenario haben Wissen...

Ein Roboter arbeitet als Aushilfe in einem Supermarkt. Er bittet die Kunden um Hilfe. Sie sollen ihm die Namen von verschiedenen Produkten nennen, die er zum Üben brauche. Dieses Szenario haben Wissenschaftler der Hochschule Coburg für eine Studie genutzt. Sie wollten untersuchen, welche Faktoren beeinflussen, ob sich Menschen sozial gegenüber Robotern verhalten.

Wie die Hochschule mitteilt, hat die Gruppe unter Leitung von Prof. Kolja Kühnlenz und Barbara Kühnlenz dabei einen Roboter eingesetzt, der dem Erscheinungsbild des Menschen nachempfunden ist. Er hat Arme, Beine und ein Gesicht. Allerdings kann er keine menschliche Mimik nachahmen.

Mit zwei unterschiedlichen Verhaltensweisen des Roboters haben die Forscher ihre Studie durchgeführt. Einmal hat er sich dem Menschen emotional angepasst, beim anderen Mal hat er sich neutral verhalten. Emotional angepasst bedeutet, dass der Roboter den Probanden vermittelt, er könne ihre Gefühle verstehen. Zum Beispiel fragt er, wie sich der Mensch momentan fühlt, um dann mit entsprechender Wortwahl zu antworten, dass es ihm genauso gehe.

Das Ergebnis: Passt sich der Roboter dem Menschen emotional an, ist dieser auch eher bereit, ihm zu helfen. Außerdem sprachen die Probanden dem Roboter dann menschliche Eigenschaften zu und empfanden Empathie. Gemessen haben die Wissenschaftler diese signifikante Zunahme der Hilfsbereitschaft anhand der Anzahl der Objekte, die die Probanden dem Roboter nannten.

Obwohl er seine Bitte nicht durch menschliche Mimik unterstreichen konnte, kamen die Probanden dem Roboter zu Hilfe. Allerdings spielt es eine Rolle, ob sie vorher bereits Kontakt zu Robotern hatten. Wer mit Robotern vorher nichts zu tun hatte, verhielt sich deutlich zurückhaltender.

Die Studie bestätigt die Arbeit der Coburger Wissenschaftler. Um die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Robotern zu verbessern, spricht demnach vieles dafür, eine Bindungsphase zwischen Mensch und Maschine einzuplanen. red