Aufregung und geselliges Treiben herrschten zum 3. Rally Obedience Turnier beim Gebrauchs- und Schutzhundesportverein (GSV) Bad Kissingen am Samstag, 4. September, im Heiligenfeld.

45 Mensch-Hund-Teams aus verschiedenen Vereinen, aber auch private Hundesportler waren angereist, um ihre Leistungen mit anderen zu messen. Und diese waren durchweg sehr gut, wie Ralf Reinelt, Vorsitzender des Vereins, bei der Siegerehrung anerkennend hervorhob. Darum gab es auch jede Menge Beifall, Jubel und sogar Freudentränen.

Vom Kissinger Hundesportverein starteten in der Klasse Beginner: Grit Kallenbach mit Kleinpudel Nala (95 Punkte), Sabine Steiner mit Hovawart/Retriever Mira (92 Punkte), Kirstin Seider mit Labrador Tonga (90 Punkte) und Jessica Rohrbach mit Großspitz Chamsin (90 Punkte). Lydia Markard startete mit Flatcoated Retriever Amy in Klasse 1 und erhielt 89 Punkte. Stefanie Mühlhaus-Golling erreichte mit Labrador/Weimaraner Jimmy in Klasse 1 satte 99 Punkte und mit Mischling Sepp 91 Punkte in Klasse 2 und damit in beiden Klassen den ersten Platz.

Rally Obedience ist eine relativ junge Hundesportart aus den USA, bei welcher Spaß und Kommunikation im Vordergrund stehen. Hund und Halter müssen dabei einen Schilderparcours absolvieren, in dem verschiedene Übungen wie "Sitz", "Platz" und "Steh" aus der Unterordnung (engl. Obedience) abgefragt werden. Es gibt je nach Leistungsklasse - gestartet wird in den Klassen Beginner, 1 bis 3 sowie Senioren - Drehungen, Richtungsänderungen, Slaloms, Hürden und noch einiges mehr zu bewältigen, unter anderem auch das Verweigern von Futter, an welchem der Hund im "Fuß" laufend vorbeigeführt werden muss. Bewertet wird nach erreichten Punkten und Zeit.

Das Besondere: Im Gegensatz zu anderen Hundesportarten darf der Vierbeiner beim Rally Obedience von seinem Menschen stimmlich motiviert und gelobt werden. In den meisten Klassen ist sogar eine Futterbelohnung an bestimmten Stationen des Parcours erlaubt.

Die Anspannung im Vorfeld der Veranstaltung im Heiligenfeld war besonders bei den Startern in der Klasse "Beginner" sehr groß, schließlich war es für viele von ihnen das erste Turnier. Gleich 21 Hund-Mensch-Teams starteten in der Anfängerklasse. "So viel waren es noch nie", sagt Ulrike Höhn, Beisitzerin und Rally Obedience Trainerin des Vereins. Vermutlich holten einige in diesem Jahr ihren Turnierstart von 2020 nach, als die meisten Veranstaltungen dieser Art coronabedingt ausfielen - so auch beim GSV Bad Kissingen.

Die zunächst vorsichtshalber strenger ausgelegten Corona-Bestimmungen konnten aufgrund der niedrigen Inzidenz am diesjährigen Turniersamstag kurzfristig gelockert werden.

Dass die Veranstaltung unter freiem Himmel stattfand, trug ein Übriges zu einem niedrigen Ansteckungsrisiko bei. Nur der QR-Code für die Luca-App bzw. ausgelegte Anwesenheitslisten und blaue Bänder als Nachweis über die erfolgte Registrierung sowie die bei Bedarf aufgesetzten Masken erinnerten daran, dass die Pandemie noch nicht überstanden ist.

Auch die Frage nach dem Impfausweis bei der Anmeldung der Starter sorgte das ein oder andere Mal für einen Lacher, denn kontrolliert wurde hier natürlich der Tollwut-Impfstatus des Hundes und nicht die Corona-Impfung von Herrchen oder Frauchen.

Es war eine Veranstaltung fast wie vor Corona-Zeiten: Ein Stückchen Vereinsleben kehrte zurück.