Folk und Blue-grass in einem Gotteshaus sind eher ungewohnt. Man siedelt dieses Genre mehr in einer Scheune, am Lagerfeuer oder in einem Club an. Wenn jedoch ein so kongeniales Trio wie "Growling Old Man" in die Saiten greift, ist es überall am richtigen Platz.

Die drei haben einen guten Ruf, denn immerhin über 50 Besucher wollten sie in der Dreifaltigkeitskirche hören. Sie bekamen diesen besonderen Drive aus Nostalgie, Lebensfreude, Einsamkeit und Prärieweite serviert. Frisch wie am ersten Tag, was sich durch lange Folk-Erfahrung zu einem respektablen Auftritt verdichtete.

John Lowell (Gitarre), Martino Coppo (Mandoline) und Thomas Kärner (Kontrabass) waren nicht nur virtuos großes Kino, sondern auch ungemein fleißig. 22 Titel ließen sie in dem Kirchenraum in spielerischer Leichtigkeit erklingen, darunter zahlreiche Kompositionen von John Lowell. "Steeling Peaches", "Ever Green", "The road, that never ends" oder "Song of Wyoming" regten in ihrer präzisen und dennoch locker-lässigen Interpretation das Publikum zum rhythmischen Bewegen an.

Die Konzerttour führt das Trio quer durch Deutschland und in die Schweiz. Bad Ber-neck war der Stopp in Oberfranken. Und da setzten John Lowell, der Mann aus Montana im Nordwesten der USA, der Italiener Martino Coppo aus Genua und Lokalmadator Thomas Kärner aus Neudrossenfeld die Glanzpunkte.

Die Gitarre mit mal sonorem, mal leicht schnarrendem Sound, die Soli in fast makelloser Intensität. Hell aufleuchtend, klangrein und melodisch die Mandoline, der Kontrabass mit vibrierendem Strich, fingerschnell, tief unten und fordernd.