Die bundesweite Vereinigung der Ärzte gegen Tierversuche tourt im zweiten Jahr in den Sommermonaten mit ihrem Mausmobil durch Deutschland, um über Tierversuche und tierversuchsfreie Forschung zu informieren. Im Fokus stehen dabei besonders leidvolle Tierversuche, welche die EU verbietet, Deutschland jedoch erlaubt. In Erlangen steht das auffällige Fahrzeug mit der großen weißen Maus auf dem Dach am Montag, 23. Mai, von 11 bis18 Uhr am Neuen Markt.
"Unter dem Deckmantel der Depressionsforschung müssen Ratten und Mäuse bis zur Erschöpfung schwimmen oder werden bis zur Hilflosigkeit mit Elektroschocks traktiert. Die EU-Tierversuchsrichtlinie sieht derartige Versuche mit schwerem Leid verbunden und verbietet sie daher grundsätzlich. Deutschland nutzt aber Ausnahmemöglichkeiten", so Christian Ott, Neurobiologe und Steuermann des Mausmobils, zur Kampagne "Schwimmen bis zur Verzweiflung", die die Umsetzung des Verbots für Tierversuche mit Schweregrad "schwer" in Deutschland erreichen will.
Die Ärztevereinigung hat zahlreiche Beispiele von leidvollen Tierversuchen aus deutschen Laboren enthüllt, die nach EU-Recht verboten sein müssten. Parallel hat sie im März Beschwerde bei der EU-Kommission gegen Deutschland wegen Verstoßes gegen die EU-Richtlinie eingereicht.
Auf seiner aktuellen Route möchte Ott mit dem Mausmobil einerseits die Bürger zur Unterstützung der Verbotsforderung für schwer belastende Tierversuche bewegen, andererseits grundsätzlich informieren. "Tierversuche geschehen noch immer im Verborgenen und die Grausamkeiten sowie fatalen Folgen für Tiere und Menschen sind kaum bekannt. Zudem blockiert das Festhalten am System Tierversuch die leistungsstarke tierversuchsfreie Forschung. Die Bürger gehören aufgeklärt und nicht durch die mächtige Tierversuchslobby manipuliert", so Ott. Weitere Informationen über das Mausmobil gibt es im Internet unter www.mausmobil.info, Einzelheiten zu der Kampagne finden sich unter www.schwimmen-bis-zur-verzweiflung.de. red