Brot backen und mit dem Verkaufserlös Gutes tun - für den Obermeister der Kulmbacher Bäckerinnung ist das nichts Neues mehr. "Wir beteiligen uns gerne an solchen Aktionen, um in der Gesellschaft auf Probleme oder Missstände hinzuweisen", sagt Ralf Groß. Daher rannten Bibi Bialas-Müller und Christine Ponnath vom Frauenhaus Bayreuth bei ihm offene Türen ein. "Jedes Jahr zum 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen, wollen wir aufmerksam machen", erklärt Bibi Bialas-Müller. Im Frauenhaus arbeitet sie als Erzieherin für die Kinder, die viele in Not geratene Frauen mitbringen. "Für uns stand aber fest: Wir wollten nicht nur eine einmalige Aktion, sondern einen längeren Zeitraum."

Startschuss für die Aktion "Frauenhausbrot" war der 28. November 2020. An diesem Tag wurde in verschiedenen Bäckereien im Landkreis Kulmbach ein Roggenmischbrot mit Hafer nach einem Rezept von Ralf Groß gebacken und in einer Aktionsstunde verkauft. "In den meisten Gemeinden stellten sich die Bürgermeister oder Gemeinderatsmitglieder mit hinter den Tresen und unterstützten die Aktion", sagt der Innungsmeister, lediglich in Wirsberg sei dies niemandem terminlich möglich gewesen. An diesem ersten Aktionstag habe man 184 Brote verkaufen können. Gemeinsam mit zusätzlichen Spenden, die in eine Box geworfen wurden, seien so auf Anhieb 1256,70 Euro für das Frauenhaus gesammelt worden. Bei der Auftaktaktion backte jede der beteiligten Bäckereien mit ihren Filialen 30 Brote. Das Getreide dafür wurde von Landwirten gespendet, in der Kunstmühle Partheimüller kostenfrei gemahlen und von den Bäckern kostenlos gebacken.

Es gab noch eine Aktion der Bäckereien Müller aus Kasendorf, Grünwehrbeck, Schwab aus Lindau, Hutzler aus Wirsberg und Dumler aus Kupferberg, so dass insgesamt 2642,61 Euro zusammenkamen. Uschi Prawitz