Im Januar 2019 wurde der Brauchtums- und Dorfkulturverein "Hegnabrunner Moggerla" aus der Taufe gehoben. Wenige Monate später stellten die Mitglieder die Zelt-Kerwa auf die Beine, auch das "Moggerla Treiben" in Charlys Festscheune kam riesig an.

Dann stoppte Corona die geplanten Veranstaltungen jäh, darunter auch das Aufstellen eines Mai-Baums am Dorfplatz. Trotzdem ließen die Verantwortlichen nicht locker, um zumindest eine "Miniatur-Ausgabe" aufzustellen. Zweiter Vorsitzender Ralf Pistor: "Ich fahre ja tagtäglich an dem Dorfplatz mit der neu geschaffenen Maibaum-Halterung vorbei und sagte mir: Dass kann so nicht weiter gehen, wir müssen heuer etwas unternehmen."

Die Not machte die "Hegnabrunner Moggerla" erfinderisch und so entschied man kurzerhand, einen kleinen Maibaum aufzustellen, den man zu zweit platzieren konnte. Der "Holzwurm" des Vereins, Roland Franz, nahm das Schälen des 5,50 Meter kurzen Fichtenstamms vor, Ralf Pistor und Charly Kuhmann hatten ihn binnen weniger Minuten aufgerichtet - natürlich nicht ohne die Wappen der Gemeinde, der Feuerwehr und des Brauchtums- und Dorfkulturvereins.

"Ich freue mich darüber, dass endlich etwas in der Halterung drin steht, und wir hoffen natürlich, dass wir im nächsten Jahr einen richtigen Maibaum aufstellen können, so wie wir es gedacht haben, mit allem Drum und Dran", sagte Ralf Pistor.

Auf einem großen Holzschild, das Hannah Kreuzer und Magdalena Pistor gestaltet haben, wird bereits auf die Maibaum-Aufstellung im kommenden Jahr hingewiesen: "Wir freuen uns auf 2022!"

Der letzte Maibaum stand zuletzt abwechselnd in Neuenmarkt und Hegnabrunn, aber das ist schon 19 Jahre her. Das Vorhaben des Vereins, den zuletzt amtierenden Bürgermeister der Gemeinde Neuenmarkt, Siegfried Decker, mit der Maibaum-Aufstellung mit einer zünftigen Blasmusik im letzten Jahr in den Ruhestand zu verabschieden, mussten die "Hegnabrunner Moggerla" übrigens auch zu den Akten legen. Bürgermeister Alexander Wunderlich (CSU) wohnte der kurzen Übergabe des Maibaums bei und freute sich, dass der Brauchtums- und Dorfkulturverein mit der Feuerwehr Hegnabrunn die Tradition fortsetzen will. Werner Reißaus