Kulmbach — Ein ausgewogenes Mittagsmenü in der Schulmensa oder doch lieber Döner, Pizza und Leberkässemmel in der Stadt? Mit der Frage, wie man die Mittagsverpflegung in der Mensa attraktiver gestalten kann, setzten sich Schüler am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium mit dem Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) und der Medienfachberatung des Bezirksjugendrings Oberfranken auseinander.
Dafür hat die Projekt-Gruppe "Food TV" ein spezielles Format gewählt: Ihre Arbeitsergebnisse wollen die Schüler in einem Kurzfilm präsentieren.


Technik-Tipps

Zunächst erhielten die Gymnasiasten Laurenz Föhn, Otto Rößler und Tim Neumann eine Einführung in Equipment und Film-Techniken, anschließend musste ein Konzept für den Ablauf und die Umsetzung entworfen werden. Nachdem sich die Schüler für eine Interviewreihe entschieden hatten, galt es, die richtigen Fragen und Interviewpartner zu finden und die Szenen in der Mensa zu drehen. Im Film sollten sowohl Argumente für das Essen in der Mensa als auch Gegenargumente dargestellt werden.
Die Nachwuchs-Filmemacher befragten dabei Mitschüler, Schulkoch Michael Stöcker und Schulleiter Horst Pfadenhauer. Dieser zeigte sich stolz, den Schülern und Eltern im Rahmen des seit 2016 laufenden "Ernährungs-Coachings" eine Möglichkeit der Mitgestaltung zu bieten.
"Die Beteiligung der Schüler ist das A und O, damit ein solches Projekt langfristig gelingt", bestätigt Ann-Kathrin Hillenbrand von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Bayern, die das Projekt betreute. "Schließlich wissen die Jungen und Mädchen am besten, was sie sich für ihre Verpflegung wünschen."
Neben der Essensauswahl spielen jedoch auch andere Faktoren eine Rolle, ob das Angebot angenommen wird. Dazu gehören nach Ann-Kathrin Hillenbrands Erfahrung eine attraktive Gestaltung der Speiseräume, ein erholsames Ambiente sowie ein regulierter Lärmpegel.
Diesen Punkten wurde am MGF nun Rechnung getragen: Arbeitsgruppen führten Umfragen unter Schülern und Eltern durch und der Speiseplan, bei dem man schon zuvor auf Ausgewogenheit und die Verwendung regionaler Zutaten geachtet hatte, wurde optimiert. Aber auch kleine Veränderungen hätten eine - wie der Schulleiter betont - oft größere Wirkung als erwartet. So wurden zusätzliche Sitzkissen angeschafft und der in der Vergangenheit oft herrschenden Unruhe wurde durch das Aufstellen von Raumtrennern entgegengewirkt, die auch als Ausstellungsort für Kunstarbeiten genutzt werden.
Der aktuelle Umbau der Schule wurde auch dazu genutzt, den Küchenraum um 50 Prozent zu erweitern. "Für alle ist eine deutliche Qualitätssteigerung spürbar", sagte Pfadenhauer. Dafür sprächen die Anmeldezahlen in der Mensa, die sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt hätten. Er verwies mehrfach auch auf den sozialen Aspekt des gemeinsamen Essens.
Joella Rziha schmeckt es eigentlich immer, sagt sie. Als Schülerin der Ganztagsklasse isst sie vier Mal wöchentlich in der Mensa. Projekte wie "Wunschessen", bei denen die jungen Gäste ein Gericht selbst bestimmen können, hält sie für eine super Idee.
Beliebt bei den MGFlern ist der Smoothie-Mixer, den die Schule im vergangenen Jahr angeschafft hatte. Finanziert wurde der Kauf vom Preisgeld des Gewinnspiels im Rahmen der "Tage der Schulverpflegung".
Der Filmclip der Schüler, der gestern erstmals präsentiert wurde, ist kostenlos abrufbar unter www.schulverpflegung.bayern.de/foodtv. Dort soll er anderen Schulen Anreiz sein, an ähnlichen Projekten teilzunehmen.