Sebastian Schanz 2:8 gegen Bayern! Die Nacht in Lissabon wird dem FC Barcelona noch in 50 Jahren vorgehalten werden. Als Moment monumentalen Scheiterns, der selbst Messi die eigene Vergänglichkeit vor Augen geführt hat.

Auch ich hatte in den vergangenen Tagen zwei solche, ganz persönliche Lissabon-Momente. Es fing damit an, dass ich ein paar Halbstarke am Badesee mit einer aufsehenerregenden Arschbombe beeindrucken wollte - und noch im Flug Krämpfe in beiden Oberarmen erlitt. Statt der Anerkennung einiger 14-Jähriger erntete ich nur besorgte Blicke, als ich mit schmerzverzerrtem Gesicht aus dem Wasser kraxelte.

Um das eigene Ego zu schonen, begründete ich den Vorfall mit Magnesiummangel - keinesfalls mit der Tatsache, auf die 40 zuzugehen! Beinahe hätte ich mir selbst geglaubt. Wäre da nicht Lissabon-Moment Nummer zwei gewesen.

Auch der begann mit einer sportlichen Herausforderung. Ich radelte ohne abzusteigen den Oberen Stephansberg hinauf, startete mit langsamen Jan-Ullrich-Tritten, nutzte das flachere Zwischenstück zum Durchschnaufen und stampfte dann im stehenden Lance-Armstrong-Stakkato die letzte Steigung hoch. Oben angekommen, stellte ich keuchend mein Fahrrad am Wilde-Rose-Keller ab, reckte und streckte meine beanspruchte Muskulatur - und erlitt prompt Krämpfe in beiden(!) Arschbacken.

Und die wollten sich einfach nicht lösen. Ich konnte die Blicke der Biergartengäste auf mir spüren, als ich zu meinem Tisch stakste, wie ein Cowboy nach einem Rodeo-Ritt am Fuße des Brokeback Mountain. Dort angekommen vollführte ich seltsame Dehnübungen in der Lendengegend, doch die Krämpfe waren hartnäckig. Erst das dritte Nothelfer-Bier aus Vierzehnheiligen brachte Linderung. Zumindest der physischen Schmerzen. Die psychischen blieben. So ist das mit Lissabon-Momenten.