Veronika Schadeck

Anlässlich der Auszeichnung des Frankenwaldes zum "Waldgebiet des Jahres 2017" vom Bund Deutscher Forstleute wird in diesem Jahr ein besonderes Augenmerk auf den heimischen Wald gelegt, erklärt der Revierförster der Waldbesitzervereinigung, Martin Körlin, mit Blick auf das Köhlermeilerfest am kommenden Wochenende.
Es wird also nicht nur gefeiert, sondern es gibt auch viel Informationen über den Wald. Erinnert wird auch an alte Traditionen und an die Geschichte am Rennsteig. Denn nicht alle Bürger wissen, dass das Gebiet einst an der "Autobahn" lag. Große Handelsstraßen führten durch diese Region, und es heißt nicht umsonst: "Der Rennsteig ist einst das Ruhrgebiet des Mittelalters gewesen". Was nun den Wald betrifft, so werden in diesem Jahr Waldexkursionen durch den Staatsforst und die Waldbesitzervereinigungen durchgeführt.
Wie vom Tettauer Revierleiter Christian Goldammer zu erfahren war, gibt es Wissenswertes über Naturschutzprojekte, über die Beschaffenheit der Gewässer und über das, was man bei der Planung und Pflege des Waldes alles beachten muss. Es wird auch um die Nachhaltigkeit des Waldes gehen, um Bachfreistellung, um die Wasserqualität und um den Umbau zu einem zukunftsträchtigen Wald, ergänzte Martin Körlin
Weiterhin wird der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, der Tettauer Olaf Schmidt, beim naturkundlichen Spaziergang durch den Wald führen. Thomas Schmidt wird über die schottische Hochlandrinderzucht berichten.


Besucher für Wald sensibilisieren

Wie Martin Körlin erklärte, sollen die Besucher einfach für den Wald sensibilisiert werden. Man will dazu beitragen, dass der Wald einen Stellenwert erreichen soll, den er wirklich hat. Nicht zuletzt deshalb stehen auch für Kinder Walderlebniswanderungen auf dem Programm.
Und natürlich darf auch die Köhlerei nicht fehlen. Siegfried Scheidig von der Geologischen Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft Ludwigstadt wird über die Köhlerei informieren. Er wird davon berichten, dass bis Mitte des 15. Jahrhunderts gewaltige Holzvorräte in den Herrschaften Lauenstein und Gräfenthal eine wichtige Rolle spielten. Danach änderte sich dies. Mit der Gründung der Saigerhütten Gräfenthal und Ludwigsstadt begannen zwei frühindustrielle Großunternehmen ihre Tätigkeit. Der Grund ihrer Ansiedlung lag in den riesigen, bis dahin ungenutzten Energiereserven an Wasser und Holz. Für den Saigerprozess hatte man damals zum Schmelzen des unreinen Schwarzkupfers und zur Gewinnung des darin enthaltenen Silbers gewaltige Mengen an Holzkohle benötigt. Deshalb rauchten überall in den Wäldern die Köhlermeiler, um den Bedarf an Schmiedekohle für die Hammerwerke und die Kohle für die Schmelzöfen decken zu können.
In der Herrschaft Lauenstein durften die Köhler überall an genehmigten Stellen Kohlstätten zur Errichtung ihrer Meiler anlegen. Und so entstanden bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts Hunderte von Köhlermeilerstätten.
Körlin und Goldammer freuen sich auf das Köhlermeilerfest. Es sei eine hervorragende Gelegenheit, auf die Historie, auf die Gegenwart und auf Zukunft des Frankenwaldes und der Rennsteig-Region einzugehen. Körlin ging weiter auf Zahlen ein. So hat der Frankenwald eine Fläche von rund 100 000 Hektar, rund die Hälfte davon sind bewaldet. Das Revier rund um Tettau umfasst knapp 2000 Hektar Staatsforst. Das Revier ist eines von fünf Forstrevieren des Staatsforst Rothenkirchen. Über die Hälfte des Waldes in der Rennsteig-Region befindet sich in privater Hand.
Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hat Landrat Klaus Löffler inne. Initiiert wird das Köhlermeilerfest vom Frankenwaldverein, Ortsgruppe Kleintettau zusammen mit den Bayerischen Staatsforsten, der Bayerischen Forstverwaltung sowie den drei Waldbesitzervereinigungen.


Köhlerliesel gesucht

Am Samstag um 18 Uhr findet auch die Wahl der Köhlerliesel statt. Gesucht werden junge Frauen ab 16 Jahren, die beim "Kohlen-Catwalk" ein gute Figur machen, bei Schätzfragen zum Köhlermeiler und zum Wald richtig liegen und spannende Aufgaben lösen. Die neue Köhlerliesel wird mit einem professionellen Fotoshooting sowie zwei Tageskarten für die Therme Bad Steben belohnt. Auch alle anderen Teilnehmerinnen erhalten ein Geschenk. Anmeldungen bei Ruth Haussner, Telefon 09269/77-306 oder ruth.haussner@heinz-glas.com.