Michael Busch Ein wenig in Sorge sei er schon gewesen, ob die Idee auch wirklich angenommen wird. Jürgen Reck gab das bei der offiziellen Begrüßung beim ersten Genussmarkt in Möhrendorf anlässlich des ersten Fränkischen Bratwursttages offen zu. Doch die Sorge war unnötig. Die Möhrendorfer, aber auch die Freunde der Bratwurstkultur waren nach Möhrendorf gepilgert, um sich das Spektakel am Dorfplatz anzuschauen.

Eigentlich stand ja die Wurst im Mittelpunkt, doch auch zwei Ehrengäste wollte man einfach mal gesehen und erlebt haben. Felicitas Then stand mit dem Dorfmetzger Jürgen Reck am Grill und kümmerte sich um die Wurst. "Ich kenne den Jürgen schon eine Weile", gab sie zu. "Und da lag die Idee nahe, eine besondere Bratwurst zu kreieren." Die 33-Jährige sagte dem Publikum bei der Eröffnung, dass sie wahnsinnig gerne Asien, vor allem Thailand bereise - und so sei sie auf die Idee einer "Thai-Bratwurst" gekommen.

Viel mehr konnte die Fernsehköchin den interessierten Besuchern am Dorfplatz gar nicht erzählen. "Ich muss noch mal in die Metzgerei und Thai-Würste nachproduzieren." Innerhalb kürzester Zeit waren diese an den Mann und die Frau gebracht worden. "Es schmeckt den Leuten, weil es etwas Besonderes ist", erklärte Then. Eine leichte Curryschärfe, die aber unaufdringlich den typischen Wurstgeschmack ummantelt, so oder ähnlich beschrieben die Gourmets und Wurstkenner den Geschmack der besonderen Wurst.

Meister der Wurst

Der zweite Ehrengast, Schirmherr Martin Rassau, ergänzte: "Die Schärfe liegt eher vorne auf der Zunge, es ist wohltuend." Der war auf dem Weg nach Bayreuth zu einer weiteren Veranstaltung am Tag der Fränkischen Bratwurst. "Da Möhrendorf auf der Strecke liegt, bin ich hier halt schnell mal abgebogen." Kenner der Szene wissen, dass auch er Jürgen Reck schon eine geraume Zeit kennt und es daher gar keine Frage war die A 73 kurz zu verlassen. "Ich wollte nur eine Wurst probieren und dann gleich weiter", sagte er den Möhrendorfern. Dann sei er angesichts der vielen Angebote am Genussmarkt - vom Bier bis zum Wein, von der Marmelade bis zu weiteren Spezialitäten - doch hängengeblieben. Bei seinen Grußworten kalauerte er ein wenig herum und freute sich vor allem, dass der Metzger Reck wie ein Bürgermeister aussehe, während sich der zu dieser Zeit die Mikrofonkabel haltende Bürgermeister Thomas Fischer gefallen lassen musste, dass er eher wie der Metzger aussehe. Er nahm das ebenso mit Humor, wie die vielen Besucher.

Er wies aber auch darauf hin, dass der Franke mit seiner Aussprache das Thema "Thai-Bratwurst" missverstehen könne. "Es is' die Bradworschd, also mei Wörschdla", schwadronierte er über die fränkische Annäherung an das scharfe Produkt.

Wiederholung muss sein

Then wiederum nahm sich neben dem Verkauf der Würste auch viel Zeit für die Fans und diejenigen, die es noch werden wollen. So mancher war überrascht, dass sie aus Coburg kommt und allein daher der Wurst schon sehr verbunden sei. Denn bekannt ist sie durch ungewöhnliche Kochideen, die sie unter anderem in der Kocharena, der Küchenschlacht oder The Taste im Fernsehen präsentiert hat.

Einig waren sich die beiden Ehrengäste bei der Frage nach einer Wiederholung des Tages der Fränkischen Bratwurst. Martin Rassau brachte es auf den Punkt: "Dieser Tag muss erhalten bleiben, und wenn es nur bei uns in Franken ist!"