Die CSU-Stadtratsfraktion hat beantragt, zeitnah einen Master-Plan zur ausreichenden Versorgung des Innenstadtbereichs und der großen Parkanlagen wie Hain oder Erba-Park mit öffentlichen Toiletten zu erstellen. Zudem sollte ab 2020 jährlich "eine öffentliche Toilette mit 24-Stunden-Öffnung" errichtet werden.

In einem Schreiben an das Rathaus erinnern Helmut Müller, Gerhard Seitz und You Xie daran, dass die CSU bereits 2008 auf die unzureichenden öffentlichen WC-Anlagen - insbesondere für die Touristen am Bushalt Mußstraße - hingewiesen und eine Lösung gefordert haben. In den folgenden Jahren sei dieses Thema mehrfach aufgegriffen worden, teils auch mit Lösungsanregungen. "Leider hat sich an der Mangelsituation in all den Jahren nichts Wesentliches geändert", konstatieren die CSU-Stadträte.

Aus der medizinischen Literatur wisse man, dass jeder dritte über 80-Jährige mehr oder minder große Probleme mit der Kontinenz hat; und keine Altersgruppe nehme in der Bevölkerung aktuell so schnell zu wie die der Senioren. Mit 8,5 Prozent Einwohnern über 80 Jahren dürfte Bamberg in der Spitzengruppe der Städte Deutschlands mit sogenannten Hochbetagten liegen.

Trotz auf den ersten Blick eher geringer gesundheitlicher Einschränkungen sei es vielen hochbetagten Bürgern nicht mehr möglich, am öffentlichen Leben teilzunehmen, da ein Ausflug oder Spaziergang, eine Fahrt in die Innenstadt oder zu den genannten Parkanlagen nur durch ein Thema beherrscht werden: "Wo finde ich im Fall des Falles die nächste Toilette?"

Aus Gründen der Gleichbehandlung sollte deswegen von der Stadt unverzüglich ein Plan für eine ausreichende Versorgung mit öffentlichen Toiletten auf dem Weg gebracht und ab 2020 mit dem Zubau einer Toilettenanlage jährlich nach und nach realisiert werden.

"Sollte der Antrag aktuell nicht durch Entnahme aus der Rücklage finanziert werden können, bringen wir ihn in die Haushaltsberatungen für 2020 ein", schließt das Schreiben. red