Die Entwicklung der Rödentaler Innenstadt liegt der CSU-Fraktion des Stadtrats am Herzen. Das machte nicht nur der Antrag deutlich, den stellvertretender Fraktionsvorsitzender Wolfgang Hacker vorlegte, sondern auch die Art, wie er ihn verteidigte.

Anlass war die Vorentwurfsplanung für die Generalsanierung des Rathauses im September. Architekten, Stadtrat und die Mitarbeiter brachten dazu Ideen ein, die das Rathaus für die Zukunft fit machen sollen. Ein Vorhaben, das der Stadt eine beachtliche finanzielle Leistung abverlangen wird. Gleichzeitig wird es für die Mitarbeiter und Bürger bedeuten, dass über Jahre hinweg eine Übergangslösung für das Verwaltungsgebäude her muss, mit der sich alle arrangieren müssen.

Die CSU wollte nun den Blick nicht nur auf das Rathaus gerichtet wissen. Wie es in dem Antrag heißt, ist für sie "... nicht nur das Rathaus, sondern unser Stadtzentrum insgesamt ein Sanierungsfall. Viele Flächen sind bereits jetzt ungenutzt." Es sei daher zu klären, ob und wie auch das weitere Umfeld des Rathauses umgestaltet werden kann - und zwar, bevor weitere Schritte zur Sanierung des Gebäudes eingeleitet werden.

Aus diesen Überlegungen resultieren die Forderungen des Antrags: Beauftragung eines externen Planungsbüros mit einem Gesamtkonzept "Stadtzentrum" unter Einbeziehung der Überlegungen zu Sanierung/Neubau des Rathauses. Kontaktaufnahme zur Hochschule Coburg, um einen Ideenwettbewerb für ein Stadtzentrum mit Zukunft zu initiieren. Und Bildung eines Arbeitskreises "Stadtzentrum". In diesem soll eine Ist- und Sollanalyse dazu erfolgen, welche Vorstellungen hinsichtlich der Entwicklung des Stadtzentrums erfolgen.

Allerdings meldeten sich fraktionsübergreifend Stadtratsmitglieder zu Wort, die daran erinnerten, dass es ja schon ein Integriertes Entwicklungskonzept für die Innenstadt (ISEK) gibt. Dabei seien durch die Planer auch die Bürger befragt worden, wie sie sich die Innenstadt wünschen, sagte Bürgermeister Marco Steiner (FW). Hans-Joachim Lieb (FW) erinnerte daran, dass für das ISEK schon erhebliche finanzielle Mittel aufgewendet wurden: "Wir haben da schon viel Geld ausgegeben, warum jetzt noch mal?"

Wolfgang Hasselkus (SPD) riet ebenfalls davon ab, in bereits bestehende Planungen einzugreifen. Allerdings hätte er sich gewünscht, den Punkt des Antrags, in dem es um die Einbindung der Hochschule Coburg und einen Ideenwettbewerb ging, gesondert abzustimmen. Dieser Gedanke schien ihm durchaus wert, weiter verfolgt zu werden. Das allerdings sei auch möglich, wenn der Antrag abgelehnt wird, erklärte Marco Steiner.

Ehe er über den Antrag mit allen geforderten Punkten abstimmen ließ, betonte Wolfgang Hacker noch einmal, dass der Antrag aus der Angst geboren wurde, das Stadtzentrum werde in wenigen Jahren "tot sein". Als Rödental in den 70er Jahren mehr oder weniger auf dem Reißbrett geplant und nach diesen Plänen entwickelt wurde, hätten die Planer die Weitsicht bewiesen, eine Fußgängerzone zu schaffen. Das Zentrum sollte zur Begegnungsstätte werden. Jetzt müsse angesichts vieler Leerstände über Möglichkeiten zur Belebung nachgedacht werden.

Dafür reichte der Mehrheit im Stadtrat aber offenbar, was schon jetzt an Planungen zur Innenstadtentwicklung auf den Weg gebracht wurde. Bei der Abstimmung gab es nur drei Ja-Stimmen aus der CSU.