In Streitberg, Oberfellendorf oder Wüstenstein und anderen Ortsteilen gibt es nach erfolgten Bauarbeiten bereits energiesparende Straßenleuchten. Nun sollen alle restlichen 468 Straßenlampen im gesamten Gemeindegebiet auf die wesentlich kostengünstigere LED-Technik umgestellt werden. Dafür will der Markt Wiesenttal rund 140 000 Euro investieren, die sich durch die Stromeinsparung in circa 7,4 Jahren wieder amortisiert haben sollen.

Weil das Gemeindegebiet durch zwei Stromversorger mit Energie beliefert wird, kamen Ralf Schwarz von der Bayernwerk-AG und Konrad Dresel von den Stadtwerken Ebermannstadt zur Marktgemeinderatssitzung ins Streitberger Bürgerhaus. Sie stellten das neue Beleuchtungskonzept, das im Einklang mit den klimapolitischen Zielen der Bundes- und Landesregierung steht, vor.

Bisher verbrauchen die 468 noch konventionellen Brennstellen im Gemeindegebiet pro Jahr 121 647 Kilowattstunden, was einem jährlichen Stromkostenpreis von knapp 30 000 Euro bei aktuellem Stromkostenpreis von 24 Cent pro Kilowattstunde entspricht. Nach der Umstellung auf warmweißes Licht mit 3000 Kelvin, welches auch wesentlich insektenfreundlicher als die bisherige Straßenbeleuchtung ist, werden nur noch rund 45 000 Kilowattstunden Energie verbraucht, die dann nur noch 10 650 Euro kosten. Dies ergibt nach aktuellem Stand eine Stromkostenersparnis von rund 18 500 Euro pro Jahr.

CO2 einsparen

Außerdem werden nach der Umstellung pro Jahr 40 Tonnen CO2 eingespart. Insgesamt 323 Lampenköpfe müssen komplett erneuert werden. Bei den restlichen gestalterischen Leuchten können die Leuchtmittel ausgetauscht werden. Die Erneuerung der Lampenköpfe ist bereits in den geschätzten Gesamtinvestitionskosten erhalten. Der Bürgermeister Marco Trautner (FW) hofft, dass der Markt dafür aus Ausgleichsmitteln der abgeschafften Straßenausbausatzung eine Förderung des Freistaats Bayern bekommt.

Keine volle Nachtabschaltung

Nicht mehr nötig ist nach der Umstellung die bisher noch geltende komplette Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtungen in der Zeit von 0.30 bis 4.30 Uhr. Mit der konventionellen Leuchttechnik hat man dadurch bisher rund 14 000 Euro an Stromkosten eingespart. Würde man die Nachtabschaltung mit der neuen LED-Technik beibehalten, würde man aber nur noch rund 1500 Euro einsparen.

Eine komplette Abschaltung entspricht nicht der DIN-Vorschrift und steht im Widerspruch zur Verkehrssicherungspflicht der Kommune. Die Räte tendierten dazu, die Straßenlampen künftig die ganze Nacht brennen zu lassen.

Vorteile der LED-Technik sind neben dem geringeren Stromverbrauch und somit auch den wesentlich geringeren Stromkosten auch die lange Lebensdauer der Leuchtmittel, keine Einbrennzeit und der geringe Wartungsaufwand. Trautner betonte, dass man ein ganzheitliches Konzept für alle Ortsteile brauche. Dies entspreche auch seinem Wunsch, den Markt Wiesenttal zu modernisieren und tourismusfreundlicher zu machen.

Die Räte sprachen sich nach diesem einzigen Tagesordnungspunkt der Sitzung für die Umstellung auf die neue LED-Technik aus. Nun sollen vom Bayernwerk Angebote für die neuen Lampenköpfe eingeholt werden. Trautner geht davon aus, das die Umrüstung Anfang nächsten Jahres erfolgen kann. Heuer stehen dafür keine Haushaltsmittel mehr bereit.

Weiterhin informierte Trautner, dass die Erschließung des Baugebiets "Wirtsäcker II" in Niederfellendorf begonnen hat.