Zwei weitere unbewohnte Häuser im Gemeindegebiet hat der Markt Presseck erworben. Sie sollen abgerissen werden, auf den Grundstücken sollen Grünflächen entstehen. Das beschloss der Gemeinderat am Montagabend. Die beiden Vorhaben sollen für die Förderoffensive Nordostbayern angemeldet werden, bei der eine bis zu 90-prozentige Bezuschussung winkt.

Konkret geht es zum einen um das Anwesen Haunummer 11 in Braunersreuth. An dessen Stelle soll eine einfache Grünfläche vielleicht mit einer Sitzgruppe entstehen. Etwas aufwendiger wird es in Reichenbach. Nach dem Abriss des Anwesens Nummer 24 will die Dorfgemeinschaft eine Art Begegnungspark schaffen. Das habe sich bei einer Ortsbegehung von Gemeinderäten und Bürgern herausgestellt, wie Bürgermeister Siegfried Beyer erläuterte.

Parkplätze nicht notwendig

Auf der einen Seite des Grundstücks gibt es bereits einen Spielplatz, auf der anderen einen Weiher. Nach Rücksprache mit den Bewohnern in beiden Ortsteilen besteht kein Interesse und auch keine Notwendigkeit, Parkplätze anzulegen, was die Gemeinde ebenfalls angeboten hatte.

Mit diesen beiden Vorhaben führt Presseck seine Ortssanierung fort, die im Hauptort neben dem Marktplatz an der Stadtsteinacher Straße begonnen hat. Im Auge hat Presseck zwei weitere, dann allerdings größere Maßnahmen mit dem Abriss der ehemaligen Schuhfabrik Ott und dem Gebäude der ehemaligen Firma Webotex. Beide Projekte fallen allerdings in das Industriebrachenprogramm und werden ebenfalls bezuschusst.

Was wird aus dem Anliegerweg?

Den in Reichenbach auf der anderen Seite der Kreisstraße gegenüber dem Anwesen 24 abgehenden Weg würden dessen Anlieger gerne der Gemeinde vermachen, so dass dieser zur öffentlichen Straße umgewidmet, befestigt und im Winter auch geräumt werden könnte. Diesem Ansinnen steht der Gemeinderat durchaus positiv gegenüber. Um dies durchführen zu können, müssen jedoch sämtliche Anwohner des Weges einverstanden sein, erläuterte Geschäftsführer Frank Wunner. Man werde die Betroffenen deshalb anschreiben. Die öffentliche Straße müsste durchgehend mindestens drei Meter breit sein beziehungsweise werden, den teils in den Weg überhängenden Bewuchs müsste man entfernen.

Ihm seien Beschwerden zugetragen worden, dass Anwohner der Industriestraße in Presseck Parkverbotsschilder aufgestellt haben, berichtete Gemeinderat Raimund Grass (CSU). Da eine derartige Beschilderung ausschließlich Angelegenheit von Gemeinde und Polizei ist, wird Bürgermeister Beyer zunächst das Gespräch mit den Anwohnern suchen.

Für eine Änderung der Halteverbotszone vor dem Schulhaus plädierte Gerd Leinfelder (SPD). Sie mache während der Unterrichtszeiten Sinn, da dort die Schulbusse halten müssen, sei jedoch für die Nutzer der Turnhalle am Abend unsinnig und hinderlich. Dem stimmten auch die weiteren Gemeinderäte zu, so dass die Einschränkung künftig nur auf die Zeit von 6 bis 15 Uhr gelten soll.

Firma treibt Forderungen ein

Um ausstehende Forderungen der Gemeinde eintreiben zu können, beschloss der Gemeinderat - zunächst für ein Jahr - einen Vertrag mit der Firma Creditreform. An diese werden künftig Forderungen an säumige Zahler weitergeleitet, die die Firma dann eintreiben soll. Für die Gemeinde kostet diese Vereinbarung einen Jahresbeitrag von 215 Euro. Des Weiteren behält Creditreform von erfolgreich eingetriebenen Zahlungen 25 Prozent (plus 19 Prozent Mehrwertsteuer) als Honorar ein. Wegen dieses "Abzugs von 44 Prozent" stimmten Günther Goller (CSU) und Gerd Leinfelder (SPD) mit Nein.