Ein Fahrradständer für zwei Dutzend "Drahtesel" wird am neuen Bahnhaltepunkt im Stadtteil Beiersdorf gebaut. Noch nicht entschieden ist, ob es eine Premiumvariante in einem abgeschlossenen Container mit Zugangscode werden wird. Der würde rund 30 000 Euro kosten, und nochmals 1600 Euro wären im Jahr für den Unterhalt nötig. Auch eine Photovoltaikanlage darauf wäre möglich (für weitere 7000 Euro). Die Haltebügel für die Räder kosten etwa 3600 Euro. Das wurde am Mittwoch bei der Sitzung des Senates für Stadt- und Verkehrsplanung sowie Bauwesen erläutert.

Förderung mit bis zu 95 Prozent

Der neue Bahnhaltepunkt wird zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember in Betrieb gehen und ist einer von 20 neuen Haltepunkten im Freistaat, die die Bahn vor fünf Jahren mit dem Projekt "Stationsoffensive Bayern" beschlossen hat. Die Stadt hat sich verpflichtet, dort überdachte Fahrradabstellplätze zu schaffen. 70 Prozent der Kosten könnte das Bundesumweltministerium übernehmen, erklärte Louis Münster vom Stadtbauamt. Mit weiteren Zuschüssen könnten sogar bis zu 95 Prozent von der Stadtkasse fern gehalten werden

Für umweltschonende Mobilität

Mit dem Projekt "Bike + Ride" der Bahn sollen bis Ende 2020 in der Republik 100 000 neue Fahrradabstellplätze an Bahnhöfen entstehen. Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, wird auf der Internetseite der Bahn so zitiert: "Unsere Initiative stellt besonders für Pendler eine attraktive Alternative zum Auto dar und stärkt eine umweltschonende Mobilität."

Bernd Koch, Vorsitzender des Vorstands der DB Station & Service AG, sagte: "Fahrradstellplätze im Bahnhofsumfeld sind ein wichtiger Schlüssel für die umweltfreundliche Anfahrt zum Zug. Unser gemeinsames Ziel ist es, mit der Bike + Ride-Offensive den Klimaschutz und die Verkehrswende voranzubringen."

Dass sich diese hehren Ziele in Beiersdorf verwirklichen lassen, daran gab es im Senat jedoch Zweifel. Die Zahl der Berufspendler, die in Beiersdorf von der Bahn aufs Fahrrad umsteigen, dürfte überschaubar sein, meinte Stadträtin Barbara Kammerscheid (CSU). Prof. Wolfram Haupt (Bündnis 90/Die Grünen) merkte an, eine derartige Fahrradabstellanlage eventuell später am Bahnhof in Coburg zu installieren. In Beiersdorf wäre neben der Premiumvariante zusätzlich die einfache überdachte Lösung sinnvoll.

Radwegekonzept wird forciert

Um das Radewegekonzept der Stadt Coburg den aktuellen Anforderungen anzupassen, beauftragte der Senat die Verwaltung einstimmig, Angebote für ein solches Konzept einzuholen. Das Radwegekonzept ist Teil des Verkehrsentwicklungsplanes und soll früher fortgeschrieben werden.