Das Ambiente wahren und der Bedeutung des Gebäudes gerecht werden - das hat sich Oliver Weingarth beim Kauf der alten Scheidmantel-Brauerei im Jahr 2005 auf die Fahne geschrieben.

Sechs Millionen Euro hat der Unternehmer seitdem investiert. Der erste Bauabschnitt mit dem Umbau der Alten Mälzerei zu einem attraktiven Wohnblock mit acht Wohnungen und zwei Büros wurde 2018 abgeschlossen. Seit 2019 liegt der Fokus auf den Eishallen und dem Bierkeller. "Vier Hallen mussten wir wegreißen, weil sie statisch instabil waren", sagt Weingarth, der bei der Sanierung des Industriedenkmals eng mit dem Denkmalschutz zusammen arbeitet. Die beiden hinteren Hallen seien in einem "Top-Zustand", so dass sie erhalten bleiben konnten. Auf dem frei gewordenen Platz entsteht ein Neubau mit zehn Mietwohnungen. Der Rohbau soll noch vorm Winter stehen.

Die Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen haben Größen von 90 bis 145 Quadratmetern. Die Form und das Volumen des Neubaus entspricht dem des abgebrochenen Gebäudeteils. Zur Itz werden großflächige Verglasungen und umlaufende Balkone angeordnet. Die Fassaden werden mit dem aus dem Abbruch gewonnenen Original-Ziegelsteinen wieder hergestellt. "Die hab ich sichern lassen. Das war mir ganz wichtig."

Im Dachgeschoss der zwei erhaltenswerten Eishallen entstehen zwei weitere Mietwohnungen mit Balkon und Dachterrassen. Die Wohnungsgrößen betragen 92 und 150 Quadratmeter.

Ob Weingarth, der in Oberwohlsbach wohnt, nicht selbst eine solche Wohnung mit Vestblick nutzen möchte? "Lust hätte ich schon, aber auch einen Interessenten, der die Wohnung unbedingt möchte", lacht Weingarth.

Der Sudhausturm samt Anbau mit den Kupferkesseln und dem ehemaligen Braumeisterbüro wird auch noch saniert und soll entsprechend in Szene gesetzt werden.

Weingarth will nicht am falschen Ende sparen, wie er sagt. Er hätte sicherlich auch günstiger sanieren können. Doch der Ehrgeiz und sein Faible für den Industriestyle lassen die Traditionsbrauerei nach der Umgestaltung in ehrwürdigem Licht erscheinen.

Apropos Licht: Der alte Sudkessel, der im Turm an der Cortendorfer Straße untergebracht ist, soll "richtig schön zur Geltung kommen". Der Bauherr hat bereits ein Lichtkonzept erstellen lassen, das den Kessel an der Straße zum Wahrzeichen machen wird.

Die Fertigstellung des Vorhabens ist für Herbst 2021 geplant. Dann werden rund 15 Millionen Euro verbaut sein. Pläne für einen dritten Bauabschnitt über dem angrenzenden Getränkemarkt gibt es tatsächlich. "Ich hab da schon noch ein paar Ideen", grinst Oliver Weingarth.