Bei "Zart & Soft" denkt man in erster Linie an weichgezeichnete Aufnahmen. Zarte Töne weisen Nebelbilder auf oder betont hell gehaltene Aufnahmen im Gegenlicht. Auch durch Weichzeichnungsfilter, die vor das Objektiv geschraubt werden, lässt sich die Bildwirkung steuern. Nachträglich lässt sich der gewünschte Effekt auch durch die Bildbearbeitung beeinflussen.

Harte Kanten sind bei zarten und weichgezeichneten Bildern verpönt. Bildwichtige Details sollten bewusst schärfer gehalten werden, um dem Betrachter die Interpretation des Bildes zu erleichtern.

Rosa-weiße Farbtöne überzeugen

Eine Aufnahme, bei der diese Anforderungen perfekt erfüllt waren, lieferte Helmut Kober mit "Lotti" ab. Das einfühlsame Kinderportrait bestach durch seine zarten rosa-weißen Farbtöne, die großen Kinderaugen und eine gezielte helle Vignettierung im Randbereich. Die unabhängige Jury erkannte dem erfolgreichen Fotografen dafür den ersten Platz zu.

Hocherfreut war Susanne Gagel über ihren zweiten Platz. Die Aufnahme "Hacke, Spitze 1, 2, 3" entstand auf dem Lichtenfelser Korbmarkt bei einem Auftritt des Ballettstudios Diroll. Die kleinen Tänzerinnen in ihren zarten rosa Tutu-Kleidchen passten gut zum Motto des Wettbewerbs. Allerdings musste der wenig attraktive Hintergrund der Bühne in mühevoller Kleinarbeit gegen ein neutrales Grau ausgetauscht werden.

Ebenfalls beim Ballettstudio Diroll entstand das Bild, mit dem Klaus Gagel den dritten Platz belegte. Bewusst weichgezeichnet war dabei die tänzerische Pose der Ballerina (so lautete auch der Bildtitel). Interessant war dabei der flirrende Lichteffekt, den das Licht ganz zart auf den grauen Hintergrund zeichnete.

Ebenfalls einen dritten Rang sicherte sich Birgit Kister mit "Mosesberg". Die monochrome Landschaftsaufnahme lebt vom Rhythmus der tief gestaffelten Bergketten, die durch den Nebel in zartes Licht getaucht werden.

Einen Doppelerfolg feierte Peter Hartmann mit zwei vierten Plätzen. Seine putzige Aufnahme eines Eichhörnchens begeisterte die Juroren ebenso wie die Aufnahme einer Schwanenfamilie mit ihren fünf Jungen im zarten Dunst, der über der Wasserfläche lag.

Knapp dahinter erreichte Herbert Steiner mit einem flügelschlagenden "Schwan im Morgennebel" einen fünften Platz. Die gleiche Wertung erkannte die Jury auch Marlis Völker zu, in deren Bild sich große und kleine Wassertropfen wie "Wasserperlen" auf einem Grashalm angesammelt hatten. Alle diese Siegerbilder können auf der Homepage des Michelauer Fotoclubs miteinander verglichen werden. Das nächste "Bild des Monats" wird bei den Michelauer Fotofreunden am Freitag, 4. Januar, ab 19.30 Uhr im Kulturhaus Neuensee gewählt. Gäste können sich außer Konkurrenz mit vier Bilddateien beteiligen. Die vereinsinterne Jahresabschlussfeier, bei der auch die Sieger im Wettbewerb um den Titel "Fotograf des Jahres" ausgezeichnet werden, ist für Freitag, 18. Januar, im Gasthof "Krone" vorgesehen.