Nach einer knappen Stunde stand der Ortssprecher für Rüsselbach fest. In geheimer Wahl sprachen die Bürger dem 21-jährigen Lorenz Krügel das Vertrauen als Ortssprecher aus und wählten ihn gleichzeitig zum jüngsten Ortssprecher in Oberfranken. Neben Lorenz Krügel hatte auch die 53-jährige Inge Fiebiger kandidiert.

Die ehemals selbstständige Gemeinde Rüsselbach mit den Ortsteilen Unterrüsselbach, Mittelrüsselbach, Kirchrüsselbach und Oberrüsselbach ist im neuen Igensdorfer Marktgemeinderat nicht vertreten. Nach der bayerischen Gemeindeordnung haben Ortsteile einen Anrecht auf einen Ortssprecher, erklärt Bürgermeister Edmund Ulm den Rüsselbacher Bürgern, die zahlreich zur Ortsversammlung am Sportplatz in Rüsselbach erschienen waren. Gemäß der gültigen Auflagen und Hygieneregeln fand die Veranstaltung bei schönstem Wetter unter freiem Himmel statt.

Mitspracherecht im Gemeinderat

Bürgermeister Ulm erläuterte bei der Versammlung zunächst den Ablauf und wies auf die Aufgaben des Ortssprechers hin. "Er kann an allen Sitzungen des Gemeinderates mit beratender Stimme teilnehmen und auch Anträge stellen. Ein Ortssprecher hat zwar ein Mitspracherecht und kann Anträge im Gremium stellen, ist aber von Abstimmungen ausgeschlossen", sagte Ulm und stellte fest, dass die Voraussetzungen für die Wahl gegeben seien. Den Wahlausschuss bildeten neben Bürgermeister Ulm als Vorsitzendem Zweiter Bürgermeister Stefan Gebhardt, Geschäftsleiter Michael Pfundt, Hella Ziefer und Gemeinderäte.

Bürgermeister Ulm nutzte während der Auszählung die Pause, um Fragen der Bürger zu beantworten. Es waren 104 Wahlberechtigte von 765 anwesend, von denen sich 63 für Lorenz Krügel aus Kirchrüsselbach und 38 für Inge Fiebiger aus Unterrüsselbach entschieden. Drei Stimmen waren ungültig.

Ersten Einsatz bereits absolviert

Krügel bedankte sich für das Vertrauen und nahm die Wahl an. Der Zuspruch bei der Wahl habe ihn überrascht, sagte er im Gespräch. "Für Politik habe ich mich schon immer interessiert", erklärte er. Bei der Kommunalwahl hatte er auf der Liste der Jungen Bürger kandidiert und den zweiten Platz belegt, der aber nicht für den Gemeinderat reichte. Umso mehr freut es ihn, dass er nun im Gemeinderat Themen mitdiskutieren und die Bürger in Rüsselbach vertreten darf. Seinen ersten Einsatz hatte er bereits am gestrigen Dienstag bei der Gemeinderatssitzung.