Traditionell werden alle Jahre nach Neujahr in den einzelnen katholischen Pfarreien Sternsinger, verkleidet als die Heiligen Drei Könige, auf den Weg geschickt, um den Segen Gottes "Christus mansionem benedicat" (Christus segne dieses Haus) zu den Menschen zu bringen und für notleidende Kinder auf der ganzen Welt zu sammeln. Durch den Lockdown und den damit einhergehenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen mussten in diesem Jahr die Sternsinger auf einen Besuch der Menschen an den Haustüren verzichten.

Die Aktion Dreikönigssingen fiel aber nicht aus, sondern fand kontaktlos in einem anderen Rahmen statt. Den Gottesdienst in der von der Mesnerin Sabine Keim weihnachtlich geschmückten Pfarrkirche feierte Pfarrer Roland Neher mit einer sehr begrenzten Anzahl von Gläubigen und mit lediglich vier Sternsingern, wobei Patrick Schopf gesanglich als Solist beeindruckte. Der Geistliche nahm auf das Matthäus-Evangelium Bezug und hob hervor, dass die Weisen und Sterndeuter aus dem Osten symbolisch für die damals bekannten Erdteile Europa, Asien und Afrika standen.

Dieses Bild habe durchaus seinen Sinn. Christus lasse sich von denen erkennen, die auf die Zeichen der Zeit schauen, die ihn suchen, die sich auf den Weg machen, die bereit sind, selber aktiv zu werden. Der Pfarrer erzählte in seiner Predigt eine Geschichte über die Heiligen Drei Könige in einer lockereren Form. Demnach begaben sich drei Könige, dem Stern folgend, mit ihrem gesamten Hofstaat nach Bethlehem. Dort angekommen, trafen sie in einem Stall auf ein Paar mit einem neugeborenen Kind. Da dies aber ständig weinte, traten die mitgereisten Hofnarren hinzu und zogen Grimassen, womit sie die Könige sowie Vater und Mutter des Kindes zum Lachen brachten und selbst auf das Gesicht des Neugeborenen ein Lächeln zauberten, so dass sie erkannten, dass es sich um Jesus handeln musste.

Ganz einfach Freude schenken

Der Pfarrer stellte die Symbolik der Geschichte heraus. So wie die Spaßmacher dem Jesuskind auf ganz einfache Weise Freude schenkten, so sollten wir uns unseren Mitmenschen gegenüber verhalten und mit Wärme, Verbundenheit und Hilfsbereitschaft ein Stück Miteinander schaffen. Nur so werde die Liebe Gottes durch unser Handeln in die Welt hineingetragen. Zum Schluss der Messe weihte der Pfarrer traditionell Wasser, Salz, Kreide und Weihrauch. Die vier Sternsinger Marlene Lachner, Lotta Krappmann sowie Antonia und Marie Schopf trugen den Segensspruch vor, den sie normalerweise in jedem Haus aufgesagt hätten. Die Gottesdienstbesucher konnten sich dann an den geweihten Dreikönigsgaben und den aufliegenden Segensaufklebern bedienen und eine Spende für die Sternsingeraktion abgeben.

Die bereits zum 63. Mal stattfindende Sternsingeraktion wurde bundesweit mit einem vom Aachener Bischof Helmut Dieser zelebrierten Gottesdienst eröffnet, der live im TV und Internet zu sehen war und an dem statt der geplanten 1200 Sternsinger lediglich zwölf Kinder teilnehmen konnten. Auch die diözesane Aussendungsfeier einen Tag später durch den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick fand online statt. Diese vom Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (DDKJ) getragene Aktion hat sich in den 63 Jahren zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mit den bisher gesammelten 1,14 Milliarden Euro wurden 74.400 Projekte für Kinder in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung und soziale Integration in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Dabei steht in jedem Jahr ein Land mit einem aktuellen Problem beispielgebend im Brennpunkt. In diesem Jahr steht die Ukraine im Mittelpunkt unter dem Motto "Segen bringen, Segen sein, Kinder Halt geben - in der Ukraine und weltweit". Das krisengeschüttelte Land hat viele Probleme. Da viele Eltern im Inland keine Arbeit finden, müssen sie sich im Ausland, vor allem in Polen und Russland, Arbeit suchen. Durch die Arbeitsmigration wachsen viele Kinder überwiegend nur mit einem Elternteil oder gar nur bei Großeltern, Verwandten oder Pflegefamilien auf. Mit Hilfe der Sternsingeraktion erfahren die Kinder über den Projektpartner Caritas Ukraine in über das ganze Land verteilten Tageszentren Betreuung, Gemeinschaft sowie Hausaufgabenhilfe und können an Ausflügen und Sommercamps teilnehmen. Spenden für die Sternsingeraktion werden mit dem Vermerk "Sternsinger" auf folgendes Konto erbeten: Katholische Kirchenstiftung "Unsere Liebe Frau" Lichtenfels, Iban: DE40 7835 0000 0092 5030 10. thi