Wer die Himmelreichstraße in Ebensfeld entlangfährt oder -läuft, bemerkt auf dem ersten Blick, dass der Zahn der Zeit gehörig genagt hat. So verwundert es nicht, dass die Verantwortungsträger in der Gemeinde Ebensfeld im März die Sanierung der viel befahrenen Straße grundsätzlich befürwortet haben. Die in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates getroffene Entscheidung konkretisiert nun das Vorhaben und unterstreicht, welche Bedeutung dem Projekt für Ebensfeld beigemessen wird.

Dass die Erneuerung der Straße in drei Etappen über die Bühne gehen soll, stand schon bisher fest. Nun ging es darum, wie qualitativ und dementsprechend freilich auch kostenintensiv sich die Maßnahme gestalten soll. Die Gesamtkostensummen der drei vorgestellten Varianten bewegten sich zwischen 777.000 Euro und 1,243 Millionen Euro . Hierzu wurde weiterhin verlautbart, dass die Fördersätze bei derlei Maßnahmen zwischen 30 und 80 Prozent schwanken. Eine genauere Aussage, in welchem Maße dem Markt Ebensfeld im vorliegenden Falle staatlicher Zuschuss gewährt werde, könne die Regierung von Oberfranken derzeit noch nicht treffen, ließ Bürgermeister Bernhard Storath den Gemeinderat wissen. Die grundsätzliche Förderfähigkeit habe die Behörde aber bestätigt, versicherte er.

Entstehen auch Parkplätze?

Alle drei Varianten beinhalteten den Vollausbau des Bauabschnittes von Höhe Ziegelstraße bis Höhe Rinnigstraße, unterscheiden sich allerdings betreffend der zwei weiteren geplanten Bauabschnitte zwischen Höhe Ziegelstraße und Rosenstraße sowie zwischen Rosenstraße und Bahnhofstraße. Die Variante 1 sieht für diese beiden Abschnitte eine Deckenerneuerung der Fahrbahn vor, die Variante 2 eine Erneuerung mit voll gebundenem Oberbau. Die teuerste Variante 3 stellt einen Vollausbau aller drei Bauabschnitte dar.

Freilich noch längst nicht in Beton gegossen, aber bei allen drei Varianten angedacht ist es im übrigen, auf der – vom Karl-Reinlein-Stadion aus gesehen – gegenüberliegenden Seite Parkplätze zu schaffen. Unverbindliche Überlegungen schlagen solche beispielsweise in Längsrichtung entlang der Himmelreichstraße vor.

Für die Kostenzusammenstellungen wurde ein Fördersatz von 60 Prozent des förderfähigen Teils des Vorhabens angenommen. Unter dieser Prämisse beläuft sich der Eigenanteil der Marktgemeinde bei Variante 1 auf geschätzt 518.000 Euro , bei Variante 2 auf 573.000 Euro und bei Variante 3 auf rund 750.000 Euro .

Hubert Reuß vom gemeindlichen Bauamt schätzte die Lebensdauer einer Fahrbahn bei Vollausbau auf 50 Jahre, bei den qualitativ niedrigeren Qualitätsstufen auf vielleicht noch 25 bis 30 Jahre.

Bernhardt Gehringer ( CSU ) äußerte zwar Bedenken, es könne durch die Entscheidung für die teuerste Variante ein Präzedenzfall geschaffen werden, durch den bei anderen Straßensanierung dann ebenfalls ein Vollausbau gewünscht werde. Doch der Bürgermeister teilte diese Befürchtung nicht und hob hervor, dass es sich hier um eine viel genutzte Straße und zudem um eine Umgehungsstraße für die Ebensfelder Hauptstraße handelt.

Weil sich offenbar – ohne Votum – auch im Bauausschuss der Trend zur Variante 3 mit komplettem Vollausbau abzeichnete, wurde über diese Lösung dann auch final abgestimmt. Wohl in Anbetracht der Bedeutung, die der Himmelreichstraße als Verkehrsachse in Ebensfeld zukommt, gaben sämtliche Gremiumsmitglieder grünes Licht, dass die Vollausbau-Variante zur Ausführung kommt.

Details sind noch zu klären

Wie die Diskussionen rund um das Vorhaben zeigten, werden im Rahmen der weiteren Planungen und Gespräche noch viele Fragen zu klären sein: vom Verhältnis von Gehweg- und Fahrbahnbreite bis zum Wie und Wo von zusätzlichen Stellplätzen. Fest steht schon jetzt, dass im Zuge der Maßnahme auf einer Länge von 125 Metern eine in einem Bereich der Himmelreichstraße 1960 verlegte Wasserrohrleitung mit einem zusätzlichen Kostenvolumen von rund 50.000 Euro erneuert wird. Als nächster Schritt werden Bauentwurf und Förderantrag der Regierung (Bayreuth) zur Genehmigung vorgelegt.