Künstler konnten seit Monaten kaum auftreten, Bewohner der Senioren- und Wohnheime hatten wegen der Corona-Einschränkungen kaum Ablenkung und deutlich weniger Besuch, als normalerweise. Die Rotarier haben deshalb die Erlöse ihrer Weihnachtsaktion den Künstlern des Fränkischen Theatersommers zukommen lassen, die im Gegenzug in einigen Seniorenwohnheimen auftreten.

Der geschmückte "Baum der Hoffnung" wurde 2020 im E-Center Lichtenfels aufgestellt, erläuterte Rotary-Präsident Ludwig Weiß, der auch beim Konzert im BRK-Pflegeheim anwesend war. Der Verkauf von Christbaumkugeln sei jedoch wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen nicht möglich gewesen. Deshalb sei ein Spendenkonto eingerichtet worden.

Der Rotary Club Obermain besteht seit über 30 Jahren und hat derzeit 47 Mitglieder. Der Club engagiert sich regional, überregional und weltweit in den unterschiedlichsten humanitären Projekten. In der Vorweihnachtszeit schmückten die Mitglieder des Clubs seit vielen Jahren im Eingangsbereich der Obermain-Therme einen Christbaum mit Kugeln, für die Spenden entgegengenommen wurden. 2020 fand diese Aktion coronabedingt in modifizierter Form statt. Der Baum wurde außerhalb der Geschäftszeit in einem Lebensmittelmarkt in Lichtenfels aufgestellt und geschmückt. Die Clubmitglieder baten Geschäftspartner, Freunde und Bekannte um Spenden und es wurde zusätzlich eine Spendenbox am Baum aufgestellt. 26 000 Euro Spenden sind eingegangen. Dieser Erlös soll Künstlern und Kulturschaffenden in der Region zugute kommen. Da neben den Künstlern auch Senioren besonders hart von den Beschränkungen betroffen sind, die durch die Corona-Pandemie verursacht wurden, treten die Künstler des Fränkischen Theatersommers in vielen Seniorenwohnheimen der Region auf.

Der Fränkische Theatersommer, der seit 2008 vom Bezirk Oberfranken gefördert werde, sei so etwas wie ein halbstaatliches Theater. Bei seinen saisonalen Auftritten müsse die Bühne zwei Drittel ihrer Aufwendungen selbst einspielen, ein Drittel erhalte sie aus staatlichen Zuschüssen. Das bedeute dennoch: Sie müsse sehr sparsam wirtschaften. Die bis zu 25 Schauspieler seien nicht fest angestellt, erklärte Intendant Jan Burdinski und fügte an:  "Es ist viel Ehrenamt bei uns notwendig." Der Theatersommer arbeite aktuell eng mit der Gemeinde Ebensfeld zusammen, um im Gut Kutzenberg etwas auf die Beine zu stellen. ds